Leuchtende Projektion erhellen Selm am Reformationstag

Kunstaktion am Kirchturm

Am Abend des Reformationstages verwandelten sich Kirchen in ganz Nordrhein-Westfalen einzigartige Lichtkunstobjekte – so auch der Selmer Kirchturm. Zahlreiche Besucher strömten dorthin, diskutierten und beschäftigten sich insbesondere mit einer Frage: „Wie ist dein Himmel?“

Selm

von Beate Dorn

, 01.11.2017, 15:07 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Band Pohlschroeder sorgte im Kirchsaal für Stimmung.

Die Band Pohlschroeder sorgte im Kirchsaal für Stimmung. © Beate Dorn

Die Frage „Wie ist dein Himmel?“ erschien in überdimensionaler Größe als klare leuchtende Projektion auf dem Selmer Kirchturm. „Wir haben uns für diese Frage entschieden, weil wir mit den Leuten ins Gespräch kommen wollen“, erklärte Heike Hoppe vom Vorbereitungsteam.

„Eine Frage ist ein guter Anfang. Da gibt es kein einfaches Ja oder Nein“, so Hoppe. Auch für Andreas Bader war die Veranstaltung eine gute Gelegenheit, viele Leute aus seinem zukünftigen Arbeitsumfeld kennenzulernen. Er wird übergangsweise die Lücke schließen, die Pfarrerin Heike Scherer hinterlassen hat.

47 Kirchen beteiligten sich in Nordrhein-Westfalen

Alle 47 beteiligten Kirchen in Nordrhein-Westfalen hatten für die Lichtkunstaktion ein eigenes künstlerisches Konzept entwickelt, das auf die besondere Architektur und den Standort hin entwickelt wurde. In Selm drehte sich draußen und auch im Gottesdienst zum Reformationsjubiläum alles um das Thema Himmel. Lutherworte und Lieder regten zum Nachdenken an. Auf kleinen Papierwolken schrieben die Anwesenden ihre persönlichen Antworten auf. Gesammelt und auf einer Wandtafel geheftet war die Vielfalt der Gedanken sichtbar.

Nach dem Gottesdienst hieß es „Anstoßen mit Sekt und Selters auf dem Marktplatz“. Vor dem beleuchteten Kirchturm gaben einige Besucher im Gespräch mit Lothar Sonntag ihre Ansichten preis. So sah die Bestatterin Claudia Meier den Himmel als heiligen, reinen Ort und eine Heimat für diejenigen, die gegangen sind. Thomas Isermann, als Schornsteinfeger dem Himmel etwas näher als andere, sagte: „Für mich ist der Himmel meistens hell und freundlich. Als Feuerwehrmann sehe ich aber auch oft dunkle Wolken.“

Musik und Kunst sorgten für Unterhaltung

„Für mich ist der Himmel weit, bunt und offen. Er fängt schon auf Erden an“, meinte Jutta Kersting, die zum Pfarreirat der katholischen Kirche gehört. Während die Lichtinstallation weiterhin zu sehen war, ging es in den Innenräumen mit einer Stärkung und vielen Gesprächen weiter. Für Stimmung sorgt die Band Pohlschroeder. Im Foyer gab es eine Malaktion. Ruhiger wurde es abschließend mit Worten und Musik sowie dem Segen im Kirchenraum.

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