Lüner nach Messerattacke auf Selmer verurteilt

Bluttat im Rausch

Das Messer, mit dem ein 50-jähriger Lüner Ende Dezember 2014 zustach, hatte eine acht Zentimeter lange Klinge. Dreimal traf er sein Opfer aus Selm, das blutüberströmt zusammenbrach. Knapp wurde das Herz verfehlt. Am Freitag wurde der Fall vor dem Lüner Amtsgericht verhandelt - und endete mit einem Schuldspruch.

LÜNEN/SELM

29.01.2016, 18:05 Uhr / Lesedauer: 1 min

Am 30. Dezember 2014 stand in Selm eine private Feier an - man könnte auch "Saufgelage" sagen: Der stark alkoholisierte Mann aus Lünen war mit dem Zug zu seiner Ex-Frau gefahren, wurde sogar von dem neuen Lebenspartner (46) vom Bahnhof abgeholt. In der Wohnung der Ex wurde kräftig gezecht. Mehrere Personen waren anwesend. Zu der geplanten Aussprache allerdings kam es nicht.

Ohne Vorwarnung zugestochen

Zu fortgeschrittener Stunde wollte der Lebenspartner der Ex den Angeklagten zum Verlassen der Wohnung bewegen. Der stach jedoch ohne Vorwarnung mit einem Messer zu. Die Wunden waren zwei bis drei Zentimeter tief, nur knapp verfehlte die Klinge das Herz und den Darm.

Trotz seiner nahezu drei Promille Alkohol im Blut gelang ihm noch die Flucht über das Treppenhaus und durch ein Kellerfenster. Nach der Verhaftung, sagte Richter Ulrich Oehrle, folgte der große Aufmarsch: Spurensicherung und Mordkommission. Denn zunächst ging man von einem Tötungsdelikt aus, so schwer war das Opfer verletzt.

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Der Angeklagte ist kein unbeschriebenes Blatt. 19 Verurteilungen weist sein Strafregister auf, immer Alkohol im Spiel. Zuletzt neun Monate wegen Körperverletzung aus Eifersucht.

Die Zeugen konnten sich nur lückenhaft an den Tathergang erinnern, auch das war dem zügellosen Alkoholkonsum geschuldet. Einig war man sich jedoch, dass der Messerattacke kein Streit vorausging. Die Ex-Frau sprach von einem „Knistern in der Luft“.

Glück für Opfer und Täter

Ein 59-jähriger Zeuge hatte geistesgegenwärtig, trotz des Alkoholkonsums, die stark blutende Wunde mit den Händen zugedrückt bis die Rettungskräfte eintrafen. Glück für das Opfer aber auch für den Angeklagten, der so haarscharf einer Anklage wegen Mordes entging. Das Urteil für den Angeklagten: 2 Jahre und 6 Monate Haft ohne Bewährung.

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