Mahnende Worte beim Neujahrsempfang

SELM Mahnende Worte richtete Bürgermeister Jörg Hußmann beim Neujahrsempfang an die Politik. In finanzieller Hinsicht werde 2008 ein Schicksalsjahr für Selm.

von Von Theo Wolters

, 20.01.2008, 11:11 Uhr / Lesedauer: 1 min

Man müsse sich die Frage stellen, ob man ernsthaft und ehrlich sparen und konsolidieren, oder weiterhin auf Kosten der Kinder Schulden machen wolle. „Aus Sicht der Verwaltung haben wir die Pflöcke eingeschlagen.“ Mit dem begonnenen Konsolidierungsprozess in Zusammenarbeit mit Michael Mutter habe man ernsthaft den Willen bekundet, ohne Tabus alles auf den Prüfstand zu stellen.

Notwendige Entscheidungen stehen an

In wenigen Wochen werde die Politik gefordert sein, die notwendigen Entscheidungen zu treffen. „Dann wir sich zeigen, ob die Politik Wahlkampfgetöse macht und dem Bürger durch nicht haltbare Versprechungen Sand in die Augen streut, oder ernsthaft und ehrlich schmerzliche, aber notwendige Entscheidungen treffen wird.“ Er hoffe, dass die Selmer Politik selbst zur Einsicht komme. „Ich möchte nicht, das wir hier im nächsten Jahr zusammenstehen, wenn die Geschicke dieser Stadt durch einen Sparkommissar übernommen worden sind.“ Er sei kein Freund von Rückwärtsbetrachtungen, doch wolle er allen danken, die sich ehrenamtlich engagiert hätten. „Ein besonderer Dank gilt der Selmer Wirtschaft, die am Standort Selm festgehalten hat und durch Ausbau und Entwicklung ihres Unternehmens viele neue Arbeitsplätze geschaffen haben.“ Dies werde an der nach wie vor zu hohen Arbeitslosigkeit, aber auch an den niedrigen Einnahmen aus der Gewerbesteuer deutlich. „Wir werden unsere Zukunft weiterhin mit knappen Ressourcen gestalten müssen.“

Hußmann geht nach Rede

Bürgermeister Jörg Hußmann erwähnte in seiner Rede, der Neujahrsempfang zeichne sich nicht durch viele Reden aus, sondern solle ein Abend der Begegnung sein. Für Diskussionsstoff sorgte dann auch nicht nur die Rede des ersten Bürgers, sondern sein schneller Abschied vom Empfang. „Leider ist es mir nicht möglich, heute Abend hier zu bleiben, da ich eine für mich wichtige und lange terminierte Familienfeier habe“, so beendete Jörg Hußmann seine Ansprache. Direkt nach seiner Rede machte er sich dann auch auf den Weg zu seiner Familie.

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