Mahnwache am Bürgerhaus: Rund 50 Selmer Bürger fordern Grundrente

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Rund 50 Selmer Bürger haben sich am Freitag abend zu einer Mahnwache vor dem Bürgerhaus versammelt. Es war eine stille Veranstaltung, bei der es lediglich zwei große Plakate gab.

Selm

, 25.01.2020, 17:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bundesweit weist die Gruppe „Fridays gegen Alterarmut“ auf die Probleme vieler älterer Menschen hin. Zugleich macht sie sich für eine Grundrente von 1200 Euro nach 35 Arbeitsjahren stark.

Die Teilnehmer der Selmer Aktion standen zumeist in kleinen Gruppen zusammen und sprachen über die vielen Aspekte und Gründe, die zunehmend bei vielen älteren Menschen bei der Rente zu existenziellen Problemen führen.

Unter ihnen war auch Petra Sokolowski, die mit Monika Herrmann Kerzenleuchter mitgebracht hatte und diese vor der Gruppe postierte. „Ich werde in vier bis fünf Jahren meinen Rentenbescheid bekommen und habe schon etwas Angst davor“, sagte sie.

Angst vor dem Rentenbescheid und möglicher Armut wächst

„Und vielen anderen geht es ähnlich, denn es wird immer schwieriger mit dem Geld zurecht zu kommen“. Deshalb hat sie sich der Gruppe und dieser Mahnwache angeschlossen.

„Wir wollen zusammen auf diese Missstände aufmerksam machen, damit etwas passiert.“ Ein paar Schritte weiter stand Konny Thiel mit mehreren Leuten zusammen.

„Ich mache bei der Selmer Tafel mit und weiß, wie es bei denen aussieht, die zu uns kommen. Es werden immer mehr, und unsere Lebensmittel reichen kaum noch aus“.

Teilnehmer sehen Miete als ein besonderes Problem an

Die Probleme dieser Menschen seien vielfältig, sagte sie, das betreffe besonders auch die Mieten, weil es zu wenig Sozialwohnungen geben würde. Jeder Teilnehmer hatte an diesem Abend etwas beizutragen, sei es aus der eigenen Familie oder seinem Umfeld.

Zur Sprache kam auch die bedrückende Situation, falls man im Alter zu einem Pflegefall würde, was kaum noch zu bezahlen sei.

Die Mahnwache am Bürgerhaus blieb ruhig, eine Störung von rechten Gruppen fand nicht statt. Das wollen sie auf jeden Fall verhindern, sagten sie, dafür sei das Thema auch viel zu wichtig.

Rechtsextreme Parteien nutzen Veranstaltungen für ihre Ziele

Allerdings hat die Initiative mittlerweile in vielen Städten ein Problem. Sie findet Unterstützer, die sich sicher viele der Senioren nicht wünschen. Die Neonazipartei „Die Rechte“ hat ihre Unterstützung ebenso bekundet wie die Afd.

Die Selmer Organisatoren der Veranstaltung hatten im Vorfeld angekündigt, dass sie bei parteipolitischen Äußerungen für derartige Parteien die Mahnwache abbrechen würden.

Nach Medienberichten sind in Deutschland deutlich mehr Rentnerinnen und Rentner von Altersarmut betroffen als bislang angenommen. Mit 19,5 Prozent aller Rentnerhaushalte gelte fast jeder fünfte als armutsgefährdet. Deshalb machen sie die Initiativen für eine Grundrente stark.

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