Mahnwache in Selm: Protest gegen Altersarmut braucht nicht laut zu sein

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Die Selmer Gruppe „Fridays gegen Altersarmut Selm“ lädt für Freitag, 24. Januar, zu einer Mahnwache gegen Altersarmut ein. Bestimmte Menschen sind dabei nicht erwünscht.

Selm

, 22.01.2020, 07:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Freitag, 24. Januar: Das ist der Tag, an dem sich auf Einladung der Gruppe „Fridays gegen Altersarmut Selm“ Menschen auf dem Willy-Brandt-Platz versammeln sollen, um von 19 bis 20 Uhr ihrem Protest gegen Altersarmut Ausdruck zu verleihen.

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Wie der Initiator der geplanten Mahnwache, Ralf Piekenbrock, sich den Ablauf vorstellt, erklärt er auf Anfrage: „Mahnwache verstehe ich als leise Mahnung. Wir werden uns still hinstellen und daran erinnern, dass es in unserem Sozialstaat viele notleidende Rentner gibt und die Tendenz steigend ist.“

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Skandieren von Parolen nicht gewünscht

Plakate zum Thema seien erlaubt. Was ist denn nicht erlaubt? „Wir möchten keine Trillerpfeifen oder das Skandieren von irgendwelchen Parolen“, antwortet Piekenbrock.

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Andernorts läuft die Diskussion um solche Mahnwachen gerade heftig. Thomas Karwath, der in Castrop-Rauxel eine ähnliche Mahnwache organisiert, wird von manchen in die rechte Ecke geschoben.

Was sagt Ralf Piekenbrock zu solchen Entwicklungen? Begegnet ihm so etwas auch? Piekenbrock dazu: „Thomas Karwath ist gebürtiger Pole und mit einer Afrikanerin verheiratet, dieses in die ,rechte Ecke schieben‘ ist in keinster Weise fundiert.

Ich selber bin diesbezüglich noch nicht in die rechte Ecke gedrängt worden, es gab aber schon Anfeindungen, dass hier auf ,hohem Niveau‘ geklagt würde und ich könne das Land ja verlassen, wenn ich solche Dinge so schlimm finden würde.“

Mahnwache in Selm: Protest gegen Altersarmut braucht nicht laut zu sein

Der Willy-Brandt-Platz in Selm ist am Freitag, 24. Januar, Schauplatz einer Mahnwache gegen Altersarmut. © Arndt Brede

Er habe die Mahnwache organisiert, um das Thema Altersarmut „nicht Parteien wie der AFD oder womöglich rechtsextremen Parteien zu überlassen“.

Thema nicht instrumentalisieren

Wie würde Ralf Piekenbrock eigentlich reagieren, wenn sich am Freitag Rechte zeigen und mitdemonstrieren würden? „Die Frage ist mal wieder, wer sind ,Rechte‘ und woran erkenne ich sie?

Fakt ist, das Zeigen von Parteilogos, egal welcher Partei, ist verboten“, erklärt der Organisator der Mahnwache. Das Thema sei zu wichtig, als dass es auf so einer Veranstaltung instrumentalisiert wird, so Piekenbrock unter anderem.

„Altersarmut geht uns alle an, viele sind betroffen, noch mehr werden betroffen sein. Daher ist es wichtig, hier parteiübergreifend tätig zu sein.“

Störer werden ausgeschlossen

Für den Fall, dass tatsächlich Rechte auftauchen, „die dies mit was auch immer dokumentieren“, verstoßen sie laut Piekenbrock schon dadurch gegen die Auflagen. „Ich werde sie ausschließen.“ Sollte er den Ausschluss nicht durchsetzen können, werde er die Veranstaltung abbrechen, „egal, aus welchem Lager die Störungen kommen“.

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Mit Gegendemonstrationen rechne er nicht: „Das hieße für mich, eine Demo für Altersarmut. Das kann ich mir in Selm nicht vorstellen.“

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