McAirlaid‘s in Selm: Noch ist Stillstand bei der geplanten Erweiterung

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Im August 2018 hat der Vlies-Hersteller McAirlaid‘s am Standort Selm Richtfest gefeiert. Schon damals war von Erweiterung die Rede. Wie steht es damit? Wann kommt die zweite Produktionshalle?

Selm

, 09.07.2020, 18:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stadt Selm hat auf Anfrage der Redaktion erklärt, dass die Baugenehmigung für den Bau einer zweiten Produktions- und Lagerhalle bereits im Januar 2020 erteilt worden sei. Jetzt ist schon Juli. Und noch hat sich baulich auf dem McAirlaid’s-Gelände an der Steigerstraße nichts getan. Die Gründe - es sind im Wesentlichen zwei Gründe - für die Verzögerung hat der Geschäftsführer des Vliesherstellers McAirlaid‘s, Aleksander Maksimow, der Redaktion auf Anfrage genannt.

„Zum einen sind zwei Bombenblindgänger gefunden worden, die entschärft und entsorgt wurden“, sagt Maksimow. Der andere Grund: „Die Bauindustrie ist nach wie vor sehr gut beschäftigt.“ Heißt: „Wir haben in Nordrhein-Westfalen 36 Angebotsanfragen gestellt. Und alle Firmen haben gesagt, dass in diesem Jahr nichts möglich sei.“ Sobald McAirlaid’s eine gute Baufirma finde und „wir einen halbwegs vernünftigen Abschluss mit ihr machen können, dann geht es los.“

Unternehmen zahlt keine Wucherpreise

Wucherpreise, das macht Maksimow deutlich, werde McAirlaid’s nicht bezahlen. „Notfalls warten wir bis zum nächsten Frühjahr.“ Am liebsten würde er aber im Herbst anfangen, sagt der Geschäftsführer.

Der Start des Werks in Selm sei sehr gut gelungen, sagt Maksimow. Die Auftragslage sei zufriedenstellend. Die Corona-Krise habe sich nicht negativ ausgewirkt. Im Gegenteil: „Unsere Produkte sorgen ja auch dafür, dass Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse länger haltbar sind. In der Corona-Krise haben wir ordentliche Zuwächse gehabt, weil viele Leute, gerade als die Restaurants geschlossen hatten, selber eingekauft und selber gekocht haben. Wir waren keine Verlierer der Corona-Krise.“

Ein weiterer Erfolgsfaktor: „Wir machen sehr viel im medizinisch-hygienischen Bereich. Ein Markt, der mehr oder weniger solche Corona-Krisen nicht kennt. Inkontinenzprodukte zum Beispiel werden immer gebraucht.“

Weiterverarbeitung eines biologisch abbaubaren Zigarettenfilters

Da kann man davon ausgehen, dass allein diese Entwicklung eine zweite Produktions- und Lagerhalle in Selm notwendig macht, oder? „McAirlaid’s hat über Jahre einen biologisch abbaubaren Zigarettenfilter entwickelt“, berichtet Aleksander Maksimow. „Der wird in der zweiten Halle in Selm weiterverarbeitet.“

Wie groß der Unterschied zwischen dem Filter Marke McAirlaid’s und einem konventionellen Filter ist, verdeutlicht Maksimow so: „Ein normaler Filter kann auch nach 30 Jahren noch nicht abgebaut sein. Man hat 30 Jahre alte Filter auf Müllkippen gefunden.“ In Kompostierungstests sei nachgewiesen worden, dass der biologische Zigarettenfilter von McAirlaid’s nach acht Wochen abgebaut sei. Dieser Filter bestehe aus reinem Zellstoff. „Natur pur.“

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