Mit diesen Projekten will Selm vorwärts kommen

"Wir sind Selm"

Projekte initiieren, die die Stadt Selm vorwärts und die Stadtteile näher zusammen bringen, ohne die städtischen Finanzen zu belasten - das ist das Ziel des Programms "Wir sind Selm". Am Montagabend hat sich der Steuerungskreis getroffen, um den aktuellen Stand der Projekte zu diskutieren.

SELM

von Von Miriam Instenberg

, 16.10.2013, 10:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
Udo Risse (v.l.), Ludger Rethmann, Ulf Müller, Christoph Dülberg, Mario Löhr, Martin Potschadel, Martin Neugebauer und Michael Reckers vor der Freiherr-vom-Stein-Büste an der Burg Botzlar.

Udo Risse (v.l.), Ludger Rethmann, Ulf Müller, Christoph Dülberg, Mario Löhr, Martin Potschadel, Martin Neugebauer und Michael Reckers vor der Freiherr-vom-Stein-Büste an der Burg Botzlar.

Die Idee
Das Programm „Wir sind Selm“ ist hervorgegangen aus dem Beirat des Langen Tischs, den Bürgermeister Mario Löhr initiiert hat. Die Programmleitung haben Mario Löhr und Christoph Dülberg inne. Der Steuerungskreis kommt regelmäßig zusammen, um sich einen Überblick über den Stand innerhalb der einzelnen Projektgruppen zu verschaffen. Die Mitglieder der Projektgruppen treffen sich außerdem regelmäßig zu Projekt- und Gruppensitzungen.

Der Masterplan und das Projekt „Aktive Mitte“ sind nur zwei bekannte Projekte, an denen diese Projektgruppe beteiligt ist. Markante Punkte in allen drei Ortsteilen hat die Gruppe außerdem mit bepflanzten Betonringen ausgestattet, die in den Stadtfarben gestrichen sind. „Durch diese Symbolik wird klar, dass alle Stadtteile zusammengehören, ohne, dass dadurch große Kosten entstanden sind“, erläuterte Projektleiter Udo Risse.Dieses Projekte laufen gerade: Die Bereiche um öffentliche Abfalleimer verkommen laut Projektleitung immer öfter zu „Schmuddelecken“. Um Papierkörbe positiv zu kennzeichnen, setzt die Projektgruppe Aufkleber mit Aufdrucken wie „Gib mir den Rest“ oder „Bitte füttern“ ein. „Dadurch wirken die Abfalleimer freundlicher und fallen auf“, so Risse. Künftig sollen die Aufkleber noch ortsspezifischer werden: Auf einem Mülleimer vor einer Apotheke soll beispielsweise stehen: „Nehme keine Rezepte!“

Selm soll für Tagestouristen, aber auch für die Selmer attraktiver werden – das hat sich diese Projektgruppe auf die Fahnen geschrieben. Sie hat bisher zwei Rundtouren für Radfahrer ausgearbeitet, von denen eine inzwischen auch als ADAC-App für Smartphones erhältlich ist. Diese Projekte laufen gerade: Im Moment wird eine neue Fahrradroute erarbeitet, die zu den stillgelegten Zechen der Umgebung führt. Auch eine Geocaching-Tour durch Selm ist geplant. „Touristisch interessante Punkte wollen wir mit QR-Codes für Smartphones versehen“, erklärte Projektleiter Martin Potschadel. Im Frühjahr soll einer der beiden Rundkurse für Kutschenfahrer, die die Projektgruppe erarbeitet hat, mit einer Eröffnungsfahrt eingeweiht werden. Für Reiter arbeitet die Projektgruppe an einer Auflistung von Übernachtungs- und Einkehrmöglichkeiten.

Diese Projektgruppe hat sich durch einige erfolgreich abgeschlossene Projekte in Selm bereits einen Namen gemacht – dazu gehört unter anderem die Neubeschilderung der Stadtgebiete sowie das Projekt „Jüdischer Friedhof“. Diese Projekte laufen gerade:  Projektgruppenmitglied Fredy Niklowitz dokumentiert momentan alle Kulturdenkmäler Selms inhaltlich und fotografisch. Entstehen soll ein großes Kompendium, das alles von Wegekreuzen bis Inschriften umfasst. Nachdem alle drei Ortsteile mit eigenen Freiherr-vom-Stein-Büsten ausgestattet wurden, soll es bald auch eine „Freiherr-vom-Stein-Medaille“ für bürgerschaftliches Engagement geben. Außerdem soll der große Saal im Bürgerhaus in „Freiherr-vom-Stein-Saal“ umbenannt werden. Die Projektgruppe möchte außerdem Selms Musikszene aufmischen: Gruppenmitglied Berndhard Well plant für den zweiten Weihnachtsfeiertag ein Jazz-Konzert bei Suer.

Diese Projektgruppe hat in Selm unter anderem die Gründung der Bürgerstiftung und der Serviceclubs – wie dem Lions und dem Rotary Club – initiiert. „Momentan arbeiten wir daran, ein Who-is-who für Selm zu erstellen“, sagte Projektleiter Ludger Rethmann. Dieses Verzeichnis soll die Namen möglichst vieler Persönlichkeiten umfassen, die aus Selm kommen oder für Selm wichtig sind. „Bisher haben wir etwa 100 Namen zusammen. Anfang November stellen wir dieses vorläufige Verzeichnis auf den Internetseiten der Bürgerstiftung und vom Fokus online“, sagt Rethmann. Dann ist die Beteiligung der Bürger gefragt: Sie sollen Vorschläge abgeben, wer noch in das „Who is who“ aufgenommen wird. „Das können Sportler, Künstler oder Persönlichkeiten aus der Wirtschaft sein“, sagt Rethmann.

Aus dieser Projektgruppe ist unter anderem das „Make a change“-Programm entstanden, dessen Einzelprojekte – wie die Musical-Kids – auch aktuell noch weiterlaufen. Außerdem hat die Projektgruppe eine Sozialstrukturanalyse durchgeführt. „Wir haben Daten zur Schulbildung erhoben und beispielsweise darauf geachtet, wie die wirtschaftlichen Verhältnisse im Elternhaus sich auf die spätere Schulwahl auswirken“, erklärte Michael Reckers vom Steuerungskreis. So hätten ganze Straßenzüge identifiziert werden können, in denen eher finanziell schwächere Bewohner lebten. Außerdem ist die Gruppe am Projekt „Selmer Paten“ beteiligt, bei dem Ehrenamtliche Familien mit Kindern durch Hausaufgabenhilfe oder Freizeitgestaltung helfen.  

Die Idee
Das Programm „Wir sind Selm“ ist hervorgegangen aus dem Beirat des Langen Tischs, den Bürgermeister Mario Löhr initiiert hat. Die Programmleitung haben Mario Löhr und Christoph Dülberg inne. Der Steuerungskreis kommt regelmäßig zusammen, um sich einen Überblick über den Stand innerhalb der einzelnen Projektgruppen zu verschaffen. Die Mitglieder der Projektgruppen treffen sich außerdem regelmäßig zu Projekt- und Gruppensitzungen.

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