Mörderische Lese-Cocktails fesseln die Zuhörer

Vierte Selmer Autorenlesung

SELM Zwischen Büchern von Günther Grass, Heinrich Böll, Friedrich Dürenmatt, Cornelia Funke oder Joanne K. Rowling hatten Hobby-Autoren aus der Region Platz genommen. Mit der vierten Selmer Autorenlesung bot die BIB wieder einmal regionalen Schriftstellern und Dichtern eine Bühne, ihre literarischen Fertigkeiten vorzustellen.

von Von Malte Bock

, 07.10.2009, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für einen stimmungsvollen Einstieg sorgte die Harfenistin Verena Volkmer, die der Veranstaltung erstmalig einen musikalischen Rahmen verlieh. Derweil mixte Sandra Gruchot den Literaturfreunden an einer Bar leckere Cocktails. Im Vordergrund standen aber die Autoren.

Für einen stimmungsvollen Einstieg sorgte die Harfenistin Verena Volkmer, die der Veranstaltung erstmalig einen musikalischen Rahmen verlieh. Derweil mixte Sandra Gruchot den Literaturfreunden an einer Bar leckere Cocktails. Im Vordergrund standen aber die Autoren.

An wechselnden Stationen in der BIB lasen Ursula Michalke, Heinz-Peter Barkam, Christa Brunsmann, Frauke Schenk, Michael Gick, Roswitha Knoppek, Luzia Krüger, Michael Katgeli, Constanze Smolka, Regina Döinghaus, Jutta Schmidt-Lohoff, Erna Werner, Ingo Kleinofen und Melanie Rinschede ihre eingereichten Textbeiträge vor.

Gleich mehrere beschäftigten sich mit den Wirrungen des gesellschaftlichen Lebens. Ursula Michalke dichtete unter dem Titel "Bad Bank" über die "ausufernde Gier der Zauberer des Marktes". Michael Gick aus Werne widmete sich in einer satirischen Geschichte dem demografischen Wandel. Michael Katgeli stellte trotz zahlreicher Alltagssorgen fest, welch ein glücklicher Mensch er sei.

Passend zum Jahr 2009, in dem sich der Jahrestag des Mauerfalls zum 20. Mal jährt, schilderte die Südkirchenerin Roswitha Knoppek beeindruckend anschaulich einen misslungenen Fluchtversuch aus der ehemaligen DDR. Demnach habe sie zusammen mit ihrem Bruder die Flucht versucht, sei verraten worden und nach menschenunwürdigen Haftbedingungen über Ungarn wieder in die DDR überführt worden. "So echt und ehrlich", werteten zwei Zuhörerinnen fasziniert.

Über acht Jahrzehnte zurückliegende Kindheitserlebnisse trug zudem die älteste und, so Margit Breiderhoff, "treueste" teilnehmende Autorin vor. Luzia Krüger erzählte von einem erlebnisreichen Ausflug in die große Stadt, während dessen sie als vier- oder fünfjähriges Kind ihren Vater verloren, über einen glücklichen Umstand letztendlich aber wieder gefunden habe.Packender Krimi

Melanie Rinschede und Ingo Kleinofen widmeten sich dagegen dem "blutigen" Genre Mord und Totschlag. "Sie lag geschlagen, getreten und blutüberströmt in ihrem Apartment, als die Polizei von New York das Wohnzimmer betrat", begann Melanie Rinschede einen packenden Krimi mit unerwartendem Ende.

Die Autorin aus Capelle hatte in ihrer Geschichte eine Gerichtsverhandlung mit anschließender Verurteilung wegen Mordes beschrieben. Doch der mysteriöse Mord entpuppte sich letztendlich als inszenierter Selbstmord. Eine fesselnde Geschichte zum Ende eines abwechslungsreichen Abends.

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