Mordfall in Selm: Der mutmaßliche Täter schweigt noch immer in U-Haft

mlzMord in Selm

Er schweigt weiter. Der 56-Jährige, der im Verdacht steht, seine Ehefrau erstochen zu haben, verweigert weiter die Aussage. Welche Strafe ihn erwarten könnte, ist indes bereits absehbar.

Selm

, 18.02.2020, 19:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Ermittlungen laufen noch. Aber sie stehen kurz vor ihrem Abschluss. Das sagt Staatsanwältin Sandra Lücke elf Tage nach der Bluttat, die Selm erschüttert hat. Eine 54-jährige Selmerin hatte am Morgen des 7. Februar in der Garage ihres Wohnhauses in Beifang ihr Leben verloren. Sie war Opfer eines Gewaltverbrechens geworden. Der Täter scheint gefunden zu sein.

Ehemann macht von seinem Schweigerecht Gebrauch

Ob Zeugenbefragungen oder Spurenauswertung: „Wir sind gerade dabei, die Ermittlungsergebnisse zusammenzutragen“, sagt Sandra Lücke. Alles deute auf eine Beziehungstat hin. Der Verdächtige, den die Polizei noch am Tatort an der Eichenstraße festgenommen hatte, sitzt in U-Haft: der 56-jährige Ehemann des Opfers.

Weder bei seiner Festnahme noch bei Befragungen danach habe er sich zu dem Tatvorwurf geäußert, sagt Lücke. Er mache von seinem Schweigerecht Gebrauch.

Einer der beiden erwachsenen Söhne des Paares, der im Haus der Eltern wohnt, hatte am 7. Februar die Polizei gerufen. Die Beamten haben nicht nur seine blutüberströmte, leblose Mutter in der Garage gefunden, sondern auch den Vater, der ebenfalls blutete.

Mutmnaßlicher Täter hatte nur oberflächliche Verletzungen

Der Mann habe Verletzungen gehabt, sagt Lücke. Die ermittelnden Beamten gehen davon aus, dass er sie sich selbst beigefügt hat. Ob das in der Absicht geschah, sich selbst zu töten, kann die Staatsanwältin nicht sagen. Nur so viel: „Es handelte sich nur um oberflächliche Verletzungen.“

Wann sich der Mann vor Gericht verantworten muss? Das steht noch nicht fest. Lücke geht aber davon aus, dass die Verhandlung innerhalb der nächsten sechs Monate beginnen wird. Laut Strafprozessordnung sollte die U-Haft diese Frist nicht überschreiten. Der genaue Prozesstermin steht damit noch nicht fest, wohl aber das Verbrechen, für das sich der Mann wird verantworten müssen: Mord.

Das Mordmerkmal der Heimtücke

Die Staatsanwältin erkennt im mutmaßlichen Tatablauf das Mordmerkmal der Heimtücke. Die Selmerin sei arglos und wehrlos gewesen, als sie die Garage betrat. Es hatte zwar schon länger Streit gegeben unter den Eheleuten, und von Trennung war die Rede. Einen Angriff auf ihr Leben, so Sandra Lücke, habe die 56-Jährige an diesem Freitagmorgen aber nicht erwarten können.

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Sollte das Gericht die Tat ebenso beurteilen und den Mord als erwiesen sehen, droht dem Selmer lebenslange Haft. So sieht es Paragraf 211 des Strafgesetzbuches vor: „Der Mörder wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft.“ Die tatsächliche Haftdauer ist unbestimmt. Sie kann nach 15 Jahren zur Bewährung ausgesetzt werden, sollte sich der Täter während der Haftzeit nichts weiter zu Schulden kommen haben lassen.

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