Mundschutz made in Bork: Änderungsschneiderei hat Masken für Krankenfahrer genäht

mlzCoronavirus

Der Mundschutzmangel in Zeiten von Corona ist groß - auch im medizinischen Bereich. Entsprechend froh war ein Krankenfahrten-Unternehmen jetzt, dass es die Änderungsschneiderei in Bork gibt.

Bork

, 24.03.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine tolle Aktion, so nennt Klaus Prediger vom gleichnamigen Krankenfahrtendienst aus Lünen das, was eine Borker Schneiderin in den letzten Tagen gemacht hat. Weil der Mangel so groß ist und es auch für die Krankenfahrer aktuell über den „normalen“ Markt einfach keine Masken zum Schutz gegen die Ansteckung mit dem Coronavirus gibt, hat Brigitte Sander von der Änderungsschneiderei in Bork für die Lüner Krankenfahrer Gesichtsmasken genäht.

Von heute auf morgen. Mundschutz made in Bork, sozusagen.

„Wir helfen so, wie wir können“, sagt Brigitte Sander dazu bescheiden im Gespräch mit der Redaktion. „Die Fahrer transportieren kranke Menschen von A nach B. Und nirgendwo bekommen sie Masken her“, sagt sie weiter. Da habe sie auch nicht lange überlegt, als das Unternehmen sie angerufen hat. Noch nie in ihrem Leben hatte die erfahrene Schneiderin zwar Masken genäht - aber das war kein Problem. Von der Feuerwehr Essen, so erzählt es Klaus Prediger, gibt es eine Anleitung zur Herstellung der Gesichtsmasken.

Mund-Nasen-Schutz selbst gemacht als Behelf

Dass diese genauso genannt werden - und nicht fälschlicherweise Atemschutzmasken - ist ihm wichtig. Natürlich weiß auch er, dass diese Masken in Bezug auf das Coronavirus umstritten sind und nicht hundertprozentig schützen. „Aber sie sind besser als nichts. Deshalb hat die Feuerwehr Essen auch die Anleitung herausgegeben.“

Brigitte Sander (r.) mit ihrer Mitarbeiterin Renate Kleine: Die Änderungsscheiderei aus Bork hat Mundschutz-Masken für Krankenfahrer aus Lünen genäht.

Brigitte Sander (r.) mit ihrer Mitarbeiterin Renate Kleine: Die Änderungsschneiderei aus Bork hat Mundschutz-Masken für Krankenfahrer aus Lünen genäht. © Foto: Marie Rademacher

Die findet sich auch auf der Seite der Stadt Essen. „Der Mundschutz ist wiederverwendbar und muss dementsprechend nach der Nutzung gewaschen und getrocknet werden. Dieser Behelf-Mund-Nasen-Schutz entspricht nicht dem genormten Mund-Nasen-Schutz, kann aber eine hilfreiche Alternative sein, wenn es im Handel zu Lieferengpässen kommt“, heißt es dazu dort.

Bettlaken diente als Stofflieferant

Die Do-it-yourself-Gesichtsmasken bestehen aus Baumwolle. „Sie müssen kochfest sein“, sagt die Borker Schneiderin. Doch selbst normale Baumwolle, so sagt sie, ist für sie im Moment, da alle Geschäfte geschlossen haben, gar nicht so einfach zu bekommen. Für die Masken der Krankenfahrer aus Lünen hat sogar ein Bettlaken dran glauben müssen, dass die Ehefrau von Klaus Prediger in die Änderungsschneiderei gebracht hat.

Baumwoll-Nachschub ist jetzt aber bestellt, sagt Brigitte Sander, die in Bork nicht nur die Änderungsschneiderei, sondern auch die dazugehörige Reinigung betreibt. Fast 100 Masken hat sie in den vergangenen Tagen genäht. Für eine so schätzt sie, braucht sie circa zehn Minuten. Drei Euro für den Stoff, fünf Euro fürs Nähen: So viel nimmt sie ungefähr pro Maske, sagt sie.

Ein Preis, den Klaus Prediger gern bezahlt hat: „Frau Sander hat sich sehr spontan bereit erklärt, und für uns ist das wirklich eine tolle Aktion“, sagt er.

Lesen Sie jetzt