Nach Amoklauf: Schweigeminute und Kondolenzbuch am Gymnasium

SELM Draußen ist es grau, es regnet. Im Forum des Selmer Gymnasiums spenden Teelichter ein bisschen Licht. Eine Aktion der Schülervertretung zum Gedenken an die Opfer des Amoklaufs in Winnenden. Die Angst bei dem Thema ist den Schülern ins Gesicht geschrieben.

von Von Kathrin Strehle

, 12.03.2009, 17:47 Uhr / Lesedauer: 1 min
Nach Amoklauf: Schweigeminute und Kondolenzbuch am Gymnasium

Die Schüler des Selmer Gymnasiums tragen ihre Gedanken in eine Kondulenzbuch ein. Dieses will die SV später nach Winnenden schicken.

Im Forum liegen Teelichter aus und die Schüler können ihre Anteilnahme in einem Kondolenzbuch niederschreiben. Um 12 Uhr leitet Alexander Kusch über den Lautsprecher eine Schweigeminute ein.

Im Forum liegen Teelichter aus und die Schüler können ihre Anteilnahme in einem Kondolenzbuch niederschreiben. Um 12 Uhr leitet Alexander Kusch über den Lautsprecher eine Schweigeminute ein.

Fassungslosigkeit in den Gesichterm

Die Schülerinnen Jacqueline Ganse und Lena Eisenhauer haben von dem Amoklauf aus dem Fernsehen erfahren und waren schockiert. "Ich fand das total heftig und hab mir schon Sorgen gemacht, ob es morgen Nachahmer geben wird. Wie ein Mensch sowas machen kann", fragt Jacqueline Ganse.Tragödie wurde in Klassen besprochen

Die beiden wissen, dass ein Amoklauf an jeder Schule passieren kann. "Das war auch eine einfache Realschule in einer kleinen Stadt. Wir haben zur gleichen Zeit auch in der Schule gesessen", kann es Lena Eisenhauer nicht fassen. Um den Vorfall zu verarbeiten, haben viele Lehrer mit den Klassen über das Thema gesprochen. "Der Lehrer hat uns gefragt, wie wir uns fühlen und hat damit gleich den Nerv getroffen, denn alle sprachen durcheinander", beschreiben die beiden Schülerinnen die Reaktion der Klasse.Schule hat Notfallplan Schulleiter Ulrich Walter hat die Kollegen selbst aufgefordert mit den Schülern zu sprechen. "Der Schock ist groß, auch bei den Kollegen. So etwas kann auch uns treffen, das ist unvorhersehbar", weiß Ulrich Walter. Man könne vorher nicht wissen, was man im Fall der Fälle machen muss. Trotzdem hat das Gymnasium einen Notfallplan, der mit der Polizei abgestimmt ist. "Sollte es hier zu einem Amoklauf kommen, wird sofort die Polizei verständigt, die dann möglichst schnell vor Ort sein wird", hofft der Schulleiter. Eines ist sicher, einen Amoklauf kann man nicht proben, wie einen Feueralarm.

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