Nach dem Abbruch der Josefskirche hat der steinerne Riesen-Josef jetzt einen neuen Platz

Josefskirche Selm

Er ist Namensgeber, Schutzpatron, und ein Hingucker mit fast drei Metern Körpergröße: Rund 70 Jahre lang schmückte der steinerne Josef die Kirche an der Kreisstraße. Jetzt ist er zurück.

Selm

, 14.03.2019, 21:12 Uhr / Lesedauer: 1 min
Josef kehrt zurück - dieses Mal findet er seinen Platz am Kirchturm, dem verbliebenen Relikt der abgerissenen Josefs-Kirche.

Josef kehrt zurück - dieses Mal findet er seinen Platz am Kirchturm, dem verbliebenen Relikt der abgerissenen Josefs-Kirche. © Kirchengemeinde

„Ich habe mich gewundert, als ich das Gerüst sah“, sagt Pfarrer Claus Themann auf Anfrage. Zwar läuft gerade der Endspurt für die Arbeiten am neuen katholischen Gemeinde- und Jugendzentrum, das auf dem Grundstück der 2016 abgerissenen Josefskirche entsteht. Am 6. April, 17.30 Uhr, soll dort der sanierte Turm, der von der Kirche übrig geblieben ist, eingeweiht werden – mitsamt Josef. Dass er in den nächsten Wochen zurückkommen würde, war also klar. Dass es aber Anfang dieser Woche – bei Wind und Wetter – sein würde, nicht.

Kaplan Mühlhoff hat dieses Foto 1936 machen lassen. Es zeigt die Josefs-Skulptur an der 1924 errichteten Kirche. 2016 wurde die Kirche abgerissen.

Kaplan Mühlhoff hat dieses Foto 1936 machen lassen. Es zeigt die Josefs-Skulptur an der 1924 errichteten Kirche. 2016 wurde die Kirche abgerissen. © Kirchengemeinde

Vor mehr als zwei Jahren hatte das Team des Steinmetzbetriebs die Figur vor Beginn der Abbrucharbeiten fachmännisch abgenommen von der Außenwand der Kirche und eingelagert. Jetzt kehrte sie nicht nur ausgeruht, sondern rundum restauriert zurück: Die Gesichtszüge, der Faltenwurf des Gewandes – diese Details seien vor der Behandlung gar nicht so sichtbar gewesen, so Themann. Der Heiligenschein ist sogar komplett neu.

En neuer Heiligenschein ziert den Kopf

Der alte Kranz aus Metall sei nicht originalgetreu gewesen, sagt der Pfarrer. „Wir haben das auf alten Fotos entdeckt.“ Daher habe Josef jetzt einen neuen Kopfschmuck: aus Steinguss.

1924 hatten Beifanger Katholiken, darunter viele Bergleute der Zeche Hermann, mit angepackt am Kirchbau von St. Josef. Die Statue kam erst rund zehn Jahre später dazu.

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