Nach dem Feuer hinter der Overbergschule zieht die Stadt Selm einen Schlussstrich

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Warum hat es am Donnerstagabend hinter der Overbergschule gebrannt? Die Polizei sucht noch eine Antwort. Die Eigentümerin der Fläche hat aber bereits Konsequenzen gezogen - radikal.

Selm

, 02.08.2019, 20:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der weiße Plastik-Gartenstuhl hat keinen Schaden genommen. Von dem Holzunterstand dahinter sind dagegen nur noch schwarz-verkohlte Bretter übrig geblieben. Ein Feuer, das am Donnerstagabend gegen 18.45 Uhr auf der Grünfläche zwischen Overbergschule Gymnasium und Selmer Bach ausgebrochen war, hatte ganze Arbeit geleistet. Es hätte aber noch schlimmer kommen können.

Nach dem Feuer hinter der Overbergschule zieht die Stadt Selm einen Schlussstrich

40 Feuerwehrleute waren im Einsatz. © Sylvia vom Hofe

Die Feuerwehr, die mit 40 Leuten vor Ort war, hatte ein Übergreifen der Flammen auf einen weiteren Schuppen verhindert. Leicht hätte das Feuer auch das abgestorbene Gras auf dem Grundstück und die knochentrockenen Büsche in Brand setzen können. Auch da haben die unter Atemschutz arbeitenden Feuerwehrmänner Vorsorge getroffen. Während der Löscharbeiten waren Anwohner und Polizeibeamte vor Ort - die Nutzer des Gartengrundstücks aber nicht.

Nutzer haben sich in der Vergangenheit rar gemacht

Die haben sich in der Vergangenheit auf dem Gelände ohnehin eher rar gemacht, wie Malte Woesmann berichtet, Sprecher der Stadt Selm - und damit der Eigentümer der Fläche.

Die Geschichte reicht bis in das Jahr 2007 zurück. Damals hat es an der Ludgeristraße, hinter der damaligen Verwaltungsnebenstelle, eine Freifläche gegeben, die Jugendliche genutzt hatten. Als die Nebenstelle abgerissen wurde und Platz machte für die Seniorenresidenz, zogen die Jugendlichen um - auf das Gelände hinter der Overbergschule: ein Treffpunkt, den junge Leute in eigener Verantwortung nutzen und gestalten konnten - betreut von den Streetworkern des Teams Jugendförderung.

„Die Nachbarschaft wurde miteinbezogen, es gab Begegnungen und jährliche Grillfeste“, blickt Woesmann zurück. Eine Gruppe Jugendlicher und junger Erwachsener hatte für den Metallzaun rund um das Gelände einen Schlüssel. Der drehte sich zuletzt aber immer seltener im Schloss. Die Nutzung sei „in letzter Zeit deutlich zurückgegangen“. Die Gruppe habe „deutlich gemacht, dass eine Nutzung, wenn überhaupt, nur noch sporadisch erfolgt“. Daraus hat die Stadt jetzt Konsequenzen gezogen.

Stadt lässt das Gelände räumen

Das Projekt werde aufgegeben, so Woesmann. Mit dem Skate Park, den weiteren Angeboten der Aktiven Mitte und dem nahen Jugendhaus Sunshine - sobald der Umbau dort abgeschlossen sein wird zum Jahresende - gebe es attraktive andere Aufenthaltsmöglichkeiten. „In der nächsten Woche erfolgt die Räumung.“ Die Holzverschläge und der weiße Gartenstuhl werden verschwinden. Der Zaun bleibe aber - vorerst.

Für die Polizei ist die Sache indes noch nicht erledigt. Die Ursache für das Feuer sei noch nicht bekannt, so ein Sprecher der Leitstelle am Freitag. Brandstiftung sei noch nicht auszuschließen: „Eine Anzeige ist erstattet.“

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