Nach fast 30 Jahren wird sich Förderverein auflösen

Otto-Hahn-Realschule

Ein Abend im Jahre 1989. In einem Selmer Wohnzimmer wird diskutiert. Eltern und Lehrer der Otto-Hahn-Realschule sitzen hier zusammen. Es ist die Geburtsstunde des Fördervereins. 2018 - das steht schon jetzt fest - geht er seinem Ende entgegen. Ein Blick zurück mit den Machern von einst und heute auf das Erreichte.

SELM

, 20.06.2015, 07:38 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nach fast 30 Jahren wird sich Förderverein auflösen

Johann Bruns (l.) ist Lehrer an der Realschule und gründete den Förderverein mit vier anderen Herrschaften im Jahre 1990. Heute blickt er mit Stolz zusammen mit der amtierenden Kassiererin Ute Suttrup-Prott auf die Küche, für die der Förderverein 2013 12.000 Euro investierte.

Werner Könning, Vater des damaligen Schülers Christian Könning, Peter und Gerda Büth sowie Johann Bruns, so hießen die Gründungsmitglieder, die bei Wilhelm Groppes im Wohnzimmer saßen. 26 Jahre später steht Ute Suttrup-Prott vor der Abschlusswand im Neubau der Schule. Hier verewigen sich die Abschlussjahrgänge.

Großformatige Bilderrahmen mit Passepartouts hängen hier. Auf jedem die Autogramme der Schüler. „Die Realschule hatte ja einen festen Stand in Selm“, sagt sie. „Wir haben aktuell Schüler hier, deren Eltern auch schon Schüler an der Realschule waren.“ Suttrup-Prott ist Sekretärin der auslaufenden Schule und Sekretärin der neuen Sekundarschule am selben Ort. Und sie ist Kassiererin des Realschul-Fördervereins. Noch.

31. Juli 2019 - letzter Tag der Schule

Weil die Realschule ausläuft, geht es auch mit dem Verein zu Ende. „Die Realschule hat ihren letzten Termin am 31. Juli 2019 – das ist der letzte offizielle Tag der Schule“, sagt Suttrup-Prott. Ein Jahr vorher ist der Förderverein Geschichte. Alle Mitglieder haben Post bekommen. Von ihnen werden schon jetzt keine Mitgliedsbeiträge mehr eingezogen – die Zuschüsse, die jetzt noch in diverse Projekte fließen, sind angespartes Vereinsvermögen.

Fünf Gründungsmitglieder fanden sich zur Gründungsversammlung am 8. Juni 1990. Der damals scheidende Schulleiter Herbert Teckenbrock, der neue Schulleiter Bernd Mengelkamp, Elternvertreter Heinz Hugot, Lehrer Johann Bruns und Wilhelm Groppe, Gastgeber des Wohnzimmertreffens im Jahr davor.

Bruns war einer der Initiatoren. Er erinnert sich: „1989 sagten Eltern meiner Schüler: Wir wollen, dass die Schule außer der Reihe Geld hat, um Material für guten Unterricht zu kaufen.“ Groppe war Vater des Schülers Markus Groppe und selbst Lehrer an einer anderen Schule – an der es schon einen Förderverein gab. So brachte er das Wissen von dort mit.

12.000 Euro Großinvestition in neue Küche

„Wir erarbeiteten die Regularien“, sagt Bruns, „und als das fertig war, haben wir um Mitglieder geworben. Es war wirklich schwierig, überhaupt Mitglieder zu finden.“ Zehn traten im Jahr 1990 bei. Nicht viel. Aber der Verein wuchs. So konnte er viele Dinge mitfinanzieren: die größte war die neue Küche im Jahr 2013, für die 12.000 Euro beigeschossen wurden. Das half dem Hauswirtschafts-Unterricht und hilft auch der Sekundarschule, die diesen Raum mit nutzt. Sie hat einen eigenen Förderverein, doch der kümmert sich um die eigenen Schüler.

"Zeiten und Schulsysteme ändern sich eben"

Eine Zusammenarbeit, sagt Ute Suttrup-Prott, sei nicht vorgesehen. „Wir geben gerne Rat, aber das sollen nun die jungen, aktuellen Eltern der Schüler heute machen.“ Im Vorstand des Realschul-Fördervereins sind bis heute viele Leute, die keine Schüler mehr an der Schule haben. „Die Zeiten und Schulsysteme ändern sich eben.“

Der Förderverein, in dem Maria Artmann, Ute Herms, Ursula Ramin, Ute Suttrup-Prott, Elisabeth Bitterschulte, Andreas Raesfeld, Claudia Göke und Kirsten Wever im Vorstand sind, will sich aber verewigen. Ein Abschiedsgeschenk für den Schulhof soll her: „Wir haben die Anschaffung von zwei Bänken angedacht“, sagt Ute Suttrup-Prott. Die sollen das Logo des Fördervereins tragen. „Damit die Realschule in Erinnerung bleibt.“ 

So arbeitete der Förderverein

Der Förderverein sammelte sein Geld ein über Beitragseinzüge: Aktuell gibt es 177 Mitglieder, die 12 Euro im Jahr bezahlen. Außerdem stehen Spenden auf der Einnahmeseite.
Eine größere Anschaffung neben der Küche waren Musikinstrumente.
Auf dem zweijährlichen Schulfest hat der Förderverein mit einem Kuchenbüfett und Getränkestand geholfen.
Zuschüsse werden ausgeschüttet für Klassenfahrten, für die Fahrt der Musik- und Streitschlichter-AG nach Nottuln, für die Honorare der Schüler, die als „Busguides“ im Schulbus für Ordnung sorgen, für Honorare an die Schüler des Gymnasiums, die die kostenfreie Hausaufgabenbetreuung übernehmen, für den Hip-Hop-Kurs von John Bakuma.

Lesen Sie jetzt