Nach Pause zurück auf Selmer Märkten: Drewes verkaufen wieder Gemüse

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Der Gemüsestand Drewes ist zurück auf dem Selmer Wochenmarkt. Vier Wochen verzichtete die Händlerfamilie auf das Geschäft - aus Angst vor dem Coronavirus. Nun die Rückkehr - mit Vorsicht.

Selm

, 28.04.2020, 21:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Plastikfolie hängt von der Decke des Marktwagens und reicht bis knapp über das Gemüse, das dahinter zur Ansicht ausliegt. Lediglich ein schmaler Schlitz über der Taschenablage ermöglicht den Austausch von Geld und Waren zwischen Käufer und Verkäufer. Was in den Lebensmittelgeschäften und bei Einzelhändlern vielerorts längst üblich ist, ist nun auch auf dem Selmer Wochenmarkt angekommen.

Die Situation machte den Markthändlern Angst

„Das ist keine Auflage, das haben wir uns selbst überlegt, um das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten“, erklärt Simone Drewes-Golz. Viele Familienmitglieder gehören einer Risiko-Gruppe an, „und wir haben echt Angst bekommen, als wir die Bilder aus Italien sahen“, erklärt die Markthändlerin, die aus der Tradition heraus mit Mutter und Schwestern die Kunden auf dem Wochenmarkt bedient. „Wir haben uns erst mal zurückgezogen und mussten uns erst mal klar werden, wie wir mit der Situation umgehen wollen.“

Vier Wochen reiste man nicht zu den Wochenmärkten, stattdessen schicke man den Marktwagen in die Werkstatt. Dort wurden professionell die Schutzfolien angebracht, die nun eine Sicherheitsbarriere bilden. „Die werden beim Abbau vor Ort mit einem Spray abgeputzt und Zuhause dann richtig gereinigt. Genau wie der ganze Marktstand“, erklärt Simone Drewes-Golz.

„Du glaubst ja gar nicht, wie froh ich bin, dass ihr wieder da seid“, sagt derweil eine Kundin zu Simone Drewes-Golz - und die kann das nur erwidern. Die vergangenen vier Wochen waren eine lange Zeit. Zwar saß die Familie, die bei Landwirten der Umgebung einkauft sowie auf dem Großmarkt, nicht auf Lebensmitteln, die schlecht zu werden drohten, doch finanzielle Einbußen gab es natürlich. Doch die eigene Sicherheit sowie die der Kunden hatte Vorrang.

Viele kleine, aber wichtigere Veränderungen für die Sicherheit

Beim Marktgeschäft soll allerdings nicht nur der Folienvorhang helfen. Die Verkäufer nutzen regelmäßig Desinfektionsmittel, versuchen, kein Bargeld anzufassen, sondern nutzen dafür kleine Schüsseln, und Tüten des Kunden wechseln auch nicht mehr die Seiten. „Wir haben keine Selbstbedienung, die Kunden sollen nichts anfassen und wir wechseln regelmäßig unsere eigenen Handschuhe und den Mundschutz“, erklärt Simone Drewes-Golz, während ihre Familie einen Kunden nach dem anderen bedient.

Die Abstandsregeln halten die Marktkunden von ganz allein ein - an das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes muss sich der eine oder die andere allerdings noch gewöhnen.

Die Abstandsregeln halten die Marktkunden von ganz allein ein - an das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes muss sich der eine oder die andere allerdings noch gewöhnen. © Stephanie Tatenhorst

Die müssen die Markthändler allerdings nicht zu mehr Abstand auffordern, die Leute halten diesen freiwillig ein. Genau wie jeder einen Mund-und-Nasen-Schutz trägt. Das erschwert die Verständigung, es muss lauter und deutlicher gesprochen werden, und bei vielen beschlägt die Brille, doch damit, so sind sich alle einig, lässt es sich leben.

1. Mai

Wochenmarkt in Selm und Bork verschoben

  • Wegen des Feiertags zum 1. Mai verschieben sich die Markttage in Selm und Bork in dieser Woche ausnahmsweise.
  • So ist der Markt im Borker Ortskern nicht wie gewohnt am Donnerstag, sondern schon am Mittwoch, 29. April, von 14 bis 17 Uhr.
  • In Selm - dort wäre eigentlich Freitag wieder Markt gewesen - ist am Donnerstag, 30. April, von 8 bis 12.15 Uhr Markt auf dem Willy-Brandt-Platz.
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