Annette und Karl-Heinz Schäfer haben eine der 10 Wohnungen in der Villa Bolte gemietet. Geplant war der Schritt vom Emsland zurück in die Heimat eigentlich nicht. © Thomas Aschwer
Schicksalsschlag

Nach Schicksalsschlag: Rückkehr in Villa Bolte erweist sich als Glücksfall

Als Mitarbeiterin der Caritas hatte Annette Schäfer wenig Zeit, die Schönheit der Villa Bolte zu genießen. Ihre zweite Begegnung mit dem Haus ist ganz anders, vor allem viel intensiver.

Der Blick vom großzügigen Balkon ist schlicht ein Traum. Eigentlich unbezahlbar. Annette (74) und ihr Mann Karl-Heinz (78) schauen ins satte Grün hinter der Villa Bolte. Wenn hier Schatten ist oder die Sonne zu intensiv wird, können die Eheleute ausweichen. Auf den zweiten Balkon auf der gegenüberliegenden Hausseite. Angesichts dieser besonderen Zuschnitts überrascht es nicht, dass die Eheleute den Vertrag nur anhand des Exposés unterschrieben haben. Dennoch, die Lebensplanung sah eigentlich ganz anders aus.

Als Annette Schäfer mit 61 Jahren in die Rente geht, gibt sie mit ihrem Mann dem Leben eine neue Richtung. „Wir haben uns nach einem halben Jahr ein Haus im Emsland gekauft.“ Mit viel Wohnfläche und einem großen Garten. Doch die Freude in der neuen Heimat währt nur kurz. Nicht einmal ein halbes Jahr nach dem Umzug muss das Paar einen ersten schweren Schicksalsschlag verkraften. Völlig überraschend stirbt der Sohn. Mit nur 37 Jahren. Eine Ausnahmesituation mit weitreichenden Folgen. Karl-Heinz Schäfer wird krank.

Zeitungsbericht über Pläne für Villa Bolte schlägt wichtige Brücke

Stück für Stück wird der Gedanke konkreter, zurück zu den eigenen Wurzeln zu ziehen – und „das schöne Haus im Emsland zu verlassen.“ Ein dicker Brief eines Bekannten aus Nordkirchen schlägt die Brücke. Eigentlich hatte er deshalb eine Ausgabe der Ruhr Nachrichten geschickt, weil darin ein Bericht über das Caritas-Altenwohnhaus in Selm stand.

Nach der Zeit in der Villa Bolte hatte Annette Schäfer hier in Selm gearbeitet. In der Ausgabe stand aber zudem ein Bericht über neue Pläne für die Villa Bolte. Der Entschluss war schnell gefasst: „Mein Mann wollte unbedingt vom hohen Norden zurück“, sagt Annette Schäfer.

Als sie zusammen mit ihrem Mann das erste Mal die Wohnung in der Villa Bolte betraten, war sie bereits komplett eingerichtet – inklusive einiger Möbel aus dem haus im Emsland. „Meine Tochter und mein Schwiegersohn haben alles wunderbar geregelt“, sagt Annette Schäfer. Längst hat sie sich mit ihrem Mann hier eingelebt.

Zwei große Pluspunkte: Ambiente der Villa und Nähe zum Wald

Sie genießt die vielen Vorteile der Wohnung und das besondere Ambiente der restaurierten Villa. Was ebenfalls ganz wichtig ist: „Wir haben ganz nette und hilfsbereite Nachbarn.“ Begeistert sind die Eheleute Schäfer aber auch von der Ruhe und der Nähe zum Cappenberger Wald.

Dass es vor Ort keine größeren Geschäfte gibt, ist für die Eheleute kein Problem. „Wir gehen ganz oft zum Dorfladen. Das Angebot ist sehr vielfältig und wirklich gut.“ Ab und zu stehen Fahrten in andere Läden an. „Es ist alles so, wie es kaum besser sein kann“, sagt Annette Schäfer Doch ein wichtiger Punkt fehlt, um wirklich glücklich und zufrieden zu sein – die Gesundheit des Ehemannes.

Über den Autor
Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer

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