Nach Tod in Garage: Anklage gegen Ehemann aus Selm erhoben

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Anfang Februar ist eine 54-jährige Selmerin tot in ihrer Garage aufgefunden worden. Ihr Mann sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Nun wurde Anklage gegen ihn erhoben.

Selm

, 22.04.2020, 21:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war eine schockierende Nachricht, die die Staatsanwaltschaft am 7. Februar veröffentlichte: eine 54-jährige Frau war tot in ihrer Garage in Selm gefunden worden. Getötet durch mehrere Stichverletzungen. Der 56-jährige Ehemann, der sich ebenfalls in der Garage befand, wurde sofort festgenommen, die Staatsanwaltschaft ermittelte gegen ihn.

Nun ist klar: Es ist Anklage erhoben worden. Das bestätigt Thomas Jungkamp, Richter und Pressereferent am Landgericht in Dortmund. „Allerdings muss noch über die Öffnung entschieden werden“, erklärt Jungkamp. Eine Regelung, die bei Strafprozessen vorgesehen ist. Das bedeutet, dass es noch eine Zwischenprüfung gibt, bei der geschaut wird, ob die Anklagepunkte zu einer Verurteilung führen können, oder ob die Beweislage zum Beispiel zu dünn sind. „Im Regelfall wird das Verfahren aber eröffnet“, erklärt Jungkamp.

Verhandlung muss bis spätestens August begonnen haben

Dann wird auch festgesetzt, wann verhandelt wird. Da sich der mutmaßliche Täter in U-Haft befindet, steht allerdings schon der Zeitrahmen fest. „Bis August müsste die Verhandlung beginnen“, sagt Jungkamp. Denn laut Strafprozessordnung darf die Untersuchungshaft einen Zeitraum von sechs Monaten nicht überschreiten. Wegen der aktuellen Einschränkungen durch das Coronavirus könne man derzeit davon ausgehen, dass der Prozess wahrscheinlich kurz vor Ende dieses Zeitraums beginnen könnte, so Jungkamp.

Die Anklage lautet auf Mord. Staatsanwältin Sandra Lücke hatte unserer Redaktion bereits im Vorfeld gesagt, dass das Mordmerkmal der Heimtücke ihrer Meinung nach erfüllt sei. Die 54-jährige Selmerin sei arglos und wehrlos gewesen, als sie die Garage betrat, in der ihr Leben endete, hatte Lücke gesagt.

Lebenslange Freiheitsstrafe

Ein Sohn des Paares hatte am Morgen des 7. Februars die Polizei gerufen. Diese fand dann die tote und blutüberströmte Frau in der Garage. Der Ehemann, der ebenfalls Verletzungen aufwies, war bei ihr. Staatsanwältin Sandra Lücke hatte im Vorfeld auch ein mögliches Motiv aufgeworfen. So habe eine Scheidung im Raum gestanden.

Zu den Tatvorwürfen und möglichen Hintergründen hatte sich der Ehemann zumindest zunächst nicht geäußert. Was genau vorgefallen ist, muss das Gerichtsverfahren klären. Klar ist jedenfalls, wird er wegen Mords verurteilt, steht auch schon die Höhe der Strafe fest: „Das ist zwingend eine lebenslange Freiheitsstrafe“, sagt Jungkamp. Das bedeutet einen Freiheitsentzug auf unbestimmte Zeit. Nach 15 Jahren kann die Strafe aber bei guter Führung zur Bewährung ausgesetzt werden.

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