Nach Wiederbelebung eines Kleinkindes in Bork: Dringender Appell der DLRG

In Teich gefallen und gerettet

Gartenteiche sind der Stolz ihrer Besitzer, doch für Kinder können sie lebensgefährlich werden. Das zeigte am Mittwoch, 24. Februar, der Unfall eines Kleinkindes in Bork. Die DRLG warnt.

Selm

, 26.02.2021, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Rettungshubschrauber (hier bei einem früheren Einsatz) war vor Ort, nachdem ein Kind in einen Teich gefallen war. Die DLRG warnt vor den Gefahren des Wassers für Kinder.

Der Rettungshubschrauber (hier bei einem früheren Einsatz) war vor Ort, nachdem ein Kind in einen Teich gefallen war. Die DLRG warnt vor den Gefahren des Wassers für Kinder. © Arndt Brede (Archiv)

Das Unglück geschah am Mittwochmittag: Ein nicht einmal zweijähriger Junge aus Bork fiel in den Gartenteich - und musste von Eltern, Ersthelfern und dem Notarzt wiederbelebt werden. Der Rettungshubschrauber brachte das lebensgefährlich verletzte Kind in eine Klinik. Auch am Freitag wurde der Gesundheitszustand des Kindes von der Polizeibehörde als „stabil“ bezeichnet. „Das Kind lebt. Das ist das Wichtigste“, sagte ein Sprecher.

Wenn Kinder involviert sind, sind Rettungseinsätze auch für die Profis belastend. Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) nimmt den Vorfall in Selm daher zum Anlass, um nochmals eindringlich vor den Gefahren von Gartenteichen zu warnen - und appelliert daran, Kinder in der Nähe von Wasser niemals aus den Augen zu lassen. Denn Wasser übt auf Kinder einen faszinierenden Reiz aus.

25 Kinder starben im Jahr 2019

Der Vorfall in Selm ist nicht der einzige seiner Art: „2019 kamen bundesweit 17 Kinder im Vorschul- und acht im Grundschulalter im Wasser uns Leben“, sagt Thomas Wiewiora, Leiter der Verbandskommunikation in der DRLG-Kreisgruppe Lünen. Ein Grund dafür sei, dass immer weniger Kinder schwimmen können. Und mit der nun Corona-bedingten Schließung der Hallenbäder fehlt es zudem an Gelegenheiten, Erlerntes zu trainieren. Vorsicht muss daher groß geschrieben werden.

Die DLRG und der Bundesverband Schwimmbad und Wellness (BSW) empfehlen daher, Pools mit einem Gitter oder Netz abzudecken, damit Kinder nicht einfach hineinklettern können. „Viel wichtiger ist es aber, frühzeitig mit den Kindern über die Gefahren im und am Wasser zu sprechen“, appelliert Wiewiora an alle Erwachsenen. „Denn selbst wenn der eigene Gartenteich gesichert ist, sind der Teich des Nachbarn, der Bach hinter dem Grundstück oder das Planschbecken auf der Terrasse ebensolche Gefahrenquellen.“ Und was zu Hause verboten ist, ohne dass der Grund dafür klar ist, ist andernorts nur umso spannender.

Gartenteiche gut sichern

Besitzer von Gartenteichen sollten daher Tore und Zugänge so sichern, dass sie von Kindern nicht geöffnet werden können. Nach Angaben des BSW gab es in Deutschland im Jahr 2019 allein rund 1,2 Millionen Pools mit einer Wassertiefe von unter einem Meter. Hinzu kommen die mit tieferen Becken. „Viele Erwachsene sehen einen kleinen Gartenteich mit 40 oder 50 Zentimetern Wassertiefe nicht als gefährlich an“, weiß der DRLG-Fachmann. Aber: „Selbst derart kleine Gewässer können zur tödlichen Bedrohung für die Kleinsten werden. Etwas Unachtsamkeit und Sorglosigkeit können da schon für ein Unglück ausreichen.“

Da Wasser kleine Kinder magisch anzieht, empfehlen die Sicherheitsexperten der größten ehrenamtlich tätigen Wasserrettungsorganisation der Welt, Sprösslinge beim Spielen im Garten nicht aus den Augen zu lassen. „Denn Wachsamkeit ist in Gärten mit Teichen, Swimmingpools oder anderen Wasseranlagen die beste Unfallprophylaxe.“

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