Nächtliches Anglerglück endet für zwei Selmer am Samstagmorgen ganz plötzlich

Polizei

Aal ist eine teure Deikatesse. Für zwei Selmer ist der selten gewordene Fisch richtig teuer geworden. Dabei haben sie ihn gar nicht verzehrt, sondern nur auf ihn angestoßen, aber tüchtig.

Selm

, 20.07.2019, 12:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nächtliches Anglerglück endet für zwei Selmer am Samstagmorgen ganz plötzlich

Dieser Aal wurde in Brandenburg fotografiert. Was mit dem Selmer Aal passiert ist, konnte die Polizei nicht mitteilen. © picture alliance / Patrick Pleul

Bis 50 Euro pro Kilo kostet Aal: ein inzwischen in vielen Regionen Europas vom Aussterben bedrohter Edelfisch. Zwei Selmern könnte er deutlich teurer zu stehen kommen. Dabei haben sie das Tier weder im Großhandel bestellt noch in einem Restaurant, sondern geangelt. Das durften sie auch als Angler. Etwas anderes aber nicht.

Ein Autofahrer hatte am Samstagmorgen, 20. Juli, gegen 05.20 Uhr, auf der Olfener Straße eine verdächtige Beobachtung gemacht: ein Motorrollerfahrer, der mit seinem Gefährt verdächtige Schlangenlinien fuhr. Der Autofahrer beließ es nicht beim Beobachten.

Schlangenlinien waren verdächtig

Nach dem Abbiegen von der Olfener Straße in die Lüdinghausener Straße bewegte der Zeuge den Zweiradfahrer zum Anhalten, wie die Kreispolizeibehörde mitteilt. Roller- und Autofahrer sprachen miteinander, und der Verdacht erhärtete sich. Der Mann, der Schlangenlinien gefahren ist, war betrunken. Der Autofahrer rief die Polizei - und bekam Gesellschaft.

Während die Beamten auf dem Weg waren, trat ein 20-jähriger Selmer zu den Zweien. Der junge Mann erzählte, selbst auch mit einem Motorroller gefahren zu sein. Die inzwischen eingetroffenen Polizeibeamten bohrten nach. Sie konnten schließlich in Erfahrung bringen, was die beiden nächtlichen Rollerfahrer gemacht hatten.

Sie kamen vom Nachtangeln. Ein Fisch hatte gebissen: ein Aal. Das mus die beiden Petrijünger offenbar so gefreut haben, dass sie gleich die Angeln zur Seite legten und zu den mitgebrachten Getränken griffen, um auf das Anglerglück anzustoßen - bis zum Morgen.


Aal gilt als bedrohte Art

Die beiden betrunkenen Motorrollerfahrer, die in Schlangenlinien vom Aalfang heimfuhren, erwartet jetzt ein Strafverfahren. Alkoholtests hatten bewiesen, dass beide deutlich zu viel getrunken hatten. Beide mussten mit zur Polizeiwache in Werne. Ob die Zwei jetzt noch Appetit auf Aal haben, ist fraglich. Die Polizei teilt mit, dass der Verbleib des gefangenen Fisches unklar sei.

Die schlangenförmigen Aale schlüpfen tausende Kilometer entfernt im Atlantik, in den Tangwäldern der Sargassosee nahe den Bahamas. Mit dem Golfstrom erreichen die Aal-Larven Europas Küsten, wo sie in die Flüsse einwandern. Dort laichen Aale auch - also nur einmal in ihrem 20 bis 50 Jahre langen Leben. Inzwischen gelten die Fische als vom Aussterben bedroht.

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