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Umweltverschmutzung

Naturschutzbund Selm warnt: Masken eine tödliche Falle für Vögel

Medizinische Masken sollen während der Corona-Pandemie Leben retten. Für Vögel können sie tödlich sein. Der Naturschutzbund (Nabu) Selm warnt davor, die Masken unachtsam wegzuwerfen.

Seit mehr als einem Jahr begleitet der Mund-Nasen-Schutz die Menschen täglich. Aktuell sollen medizinische Masken verhindern, dass sich weiter viele Menschen mit dem Coronavirus infizieren. Das Problem: Sie sind nur einmal verwendbar und müssen dementsprechend oft entsorgt werden. Umso häufiger landen die Masken im Müll – oder eben auch nicht. Immer wieder finden sich Masken in den Bäumen und Sträuchern der Grünanlagen wieder. Verloren und weggeweht durch den Wind oder aber achtlos von Menschen weggeworfen. Tiere leiden darunter.

Bekanntes Problem: Vögel nutzen Müll zum Nestbau

Eingeschleust in die Natur, nutzen die Tiere den Müll. „Genauso unterschiedslos, wie der Mensch Dinge wegwirft, nutzen Vögel Müll und damit auch Masken beispielsweise zum Nestbau. Das ist ein lang bekanntes Problem“, weiß Uwe Norra vom Naturschutzbund in Selm. An den deutschen Küsten sind besonders Basstölpel dafür bekannt, Reste von Fischernetzen in ihre Nester einzubauen. Ähnlich agiert der Rotmilan, an dessen nördlichen Rand des Einzugsgebietes sich Selm befindet.

Gerade für diese Vögel ist der Müll samt Masken gefährlich. In den sozialen Netzwerken verbreiten sich Fotos, auf denen verendete Tiere zu sehen sind. Ihre Köpfe haben sich in den Gummiträgern der medizinischen Masken verfangen. So strangulieren sich die Vögel bis zum Tod. „Ich kann mir gut vorstellen, dass Vögel an den Masken verenden, indem sie sich an ihnen strangulieren“, warnt Norra.

In Lünen und Selm sind bislang keine Fälle dieser Art bekannt. Die Vermüllung durch weggeworfene Masken sei eher gering. „Auch in Lünen sind zwar vereinzelt weggeworfene Masken am Wegesrand zu sehen, Beschwerden über größere Verschmutzungen durch Masken sind bei uns aber bislang nicht eingegangen“, teilt Lünens Pressesprecher Benedikt Spangardt auf Anfrage dieser Redaktion mit.

Weggeworfene Masken sind in Selm kein Problem

Malte Woesmann, Pressesprecher der Stadt Selm, erklärt auf Anfrage, dass Masken in Selm kein großes Problem darstellen. Sie seien vereinzelt zu finden, beispielsweise auf den Parkflächen der Supermärkte. Sollten sich Masken in Grünanlagen befinden, „werden diese, wie anderer Unrat auch, beseitigt. Dafür sind sechs Mitarbeiter der Umweltwerkstatt innerhalb der Maßnahme ‚Saubere, ökologische Stadt Selm‘ im gesamten Stadtgebiet unterwegs.“

Er ergänzt: „Die Stadt Selm geht im Übrigen davon aus, dass ein Großteil der im öffentlichen Raum liegenden Masken auch verloren wurde und somit nicht bewusst entsorgt wurde.“

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