Ein ganz normaler Wochentag: Schulbusse bringen Schüler zur Overberg-Grundschule und zum Städtischen Gymnasium. Eltern bringen ihre Kinder ebenfalls. Alles normal. Oder gibt es Probleme?

Selm

, 05.07.2019 / Lesedauer: 4 min

Alles normal. Jedenfalls mittlerweile. Sagen Stadt, VKU und Polizei. Am Anfang, als die neue Bushaltestelle vor der Overbergschule an der Kreisstraße kurz nach dem Stadtfest freigegeben worden war, sah das anders aus. Und das hatte wohl unter anderem mit der Tatsache zu tun, dass der Mensch ein Gewohnheitstier ist.

Alte Haltestelle genutzt

„An den ersten Tagen nach der Freigabe haben wir kleinere Probleme gehabt“, berichtet Uwe Greif, stellvertretender Betriebsleiter der Verkehrsgesellschaft Kreis Unna (VKU), auf Anfrage der Redaktion. „Viele Schüler standen an der bisherigen Haltestelle Jugendzentrum an der Werner Straße.“ Die Haltestelle war als Ersatzhaltestelle für die neue Bushaltestelle etabliert worden, solange die neue Haltestelle noch nicht in Betrieb gegangen war. Diejenigen Schüler, die die neue Bushaltestelle noch nicht nutzten, sondern noch an der alten Haltestelle standen, habe der extra eingesetzte Ordnungsdienst der VKU mit dem Dienstwagen zum Beispiel nach Lüdinghausen gebracht. Das sei aber mittlerweile nicht mehr nötig.

Teilweise regulierend eingegriffen

Offenbar haben sich alle Beteiligten daran gewöhnt, dass die neu geschaffene Bushaltestelle jetzt ihre Funktion wahrnehmen kann. Das gilt auch für die sogenannten Elterntaxis. „Mitarbeiter des Ordnungsamtes waren in Zusammenarbeit mit Beamten der Kreispolizeibehörde Unna in den ersten Tagen des Betriebs der Bushaltestelle vor Ort“, erklärt Stadtsprecher Malte Woesmann. „Dort musste teilweise regulierend eingegriffen und Eltern auf die neue Situation hingewiesen werden.“ Mit Erfolg, sagt Woesmann: „Schon am dritten Tag stellte sich die Situation als ,normal‘ heraus, die Bushaltestelle wurde nicht mehr von Elterntaxis blockiert.“

Den Ist-Zustand bestätigt auch die Pressestelle der Kreispolizeibehörde Unna. Leiter Thomas Röwekamp: „Am Anfang haben wir mit der VKU und Ordnungsamtsmitarbeitern die Situation angeschaut. Natürlich haben wir den einen oder anderen angesprochen, dass er mit seinem Auto nicht an der Haltestelle halten darf.“ Mittlerweile komme es nur noch ab und zu solchen Situationen. Eine ständige Präsenz der Polizei sei nicht mehr nötig. „Wir werden aber im Zuge der Schulwegsicherung das eine oder andere Mal vor Ort sein“, kündigt Röwekamp an.

Phänomen Gewohnheit

Dass es nach wie vor passiert, dass Elterntaxis auf der Bushaltespur halten, um ihre Kinder rauszulassen, mag an dem Phänomen Gewohnheit liegen. Uwe Greif: „Offensichtlich hat sich bei den Eltern während der langen Sperrung der Kreisstraße durchgesetzt, an der noch nicht freigegebenen Haltestelle zu halten.“ Die Folgen waren jeden Morgen zu beobachten. Hätte ein Bus die Haltstelle anfahren wollen, wäre er auf Autos getroffen, die die Bushaltespur blockierten. Jetzt, da die Haltestelle offiziell wieder von Bussen angefahren werden darf, sind nur noch vereinzelt Elterntaxis zu beobachten. Daher sind die Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes auch nicht mehr vor Ort, sagt Malte Woesmann. „Die Stadt appelliert jedoch an Eltern, die Bushaltestelle auch in Zukunft freizuhalten.“ Und: „Die Stadt Selm wird in Zusammenarbeit mit den Schulen versuchen, die Parksituation für Elterntaxis vor Ort zu verbessern.“

Das ist auch nötig, denn es gibt immer noch nicht nur Eltern, die auf der Busspur halten, sondern ihre Kinder auch noch inklusive Tornister an der Fahrerseite, also zur Fahrbahn hin, aussteigen lassen. Autofahrer, die die Haltestelle passieren, müssen in diesem Bereich besonders vorsichtig fahren.

Vorsicht sollten alle Beteiligten laut VKU-Betriebsvize Uwe Greif auch am Radweg zwischen Bushaltestelle und Zaun der Overbergschule walten lassen. „Vor allem sollten die Radfahrer dort nicht zu schnell fahren.“

An der neuen Bushaltestelle an der Overbergschule läuft fast alles rund

Die neue Bushaltestelle mit Blick in Fahrtrichtung Lüdinghausen. Schulbusse in diese Richtung nehmen die linke Busspur. © Arndt Brede

Hintere Busspur auch in Betrieb

Unterdessen fahren nicht nur Schulbusse die neue Haltestelle für das Schulzentrum mit Overbergschule und Gymnasium an. Auch die Busse der Linie D19 und R19 der VKU nutzen die Haltestelle. In diesem Zusammenhang gibt es eine Besonderheit. „Die Busse in Fahrtrichtung Bork halten direkt an der Spur der Haltestelle an der Kreisstraße“, berichtet Uwe Greif. Schulbusse, die aus Richtung Selmer Zentrum kommen, biegen in die hintere Haltestellenspur ab und lassen die Schüler raus. „Nur Schulbusse werden diese Spur nutzen“, sagt Greif. Dafür fahren sie vermeintlich gegen die Fahrtrichtung. Doch „Gegenverkehr“ auf dieser Spur gibt es nicht. Aus Richtung Lüdinghausen wird diese „hintere“ Spur nicht angefahren.

Sonderampel für Busse

Busse, die diese hintere Spur Richtung Lüdinghausen verlassen wollen, müssen sich in den Verkehr an der Kreuzung Kreis-/Werber Straße einordnen. Das funktioniert laut Uwe Greif so: „Der Busfahrer, der ausfahren möchte, gibt der Sonderampel ein Signal. Sobald die Sonderampel auf ,Grün‘ steht, darf er rausfahren und sich auf die Kreisstraße Richtung Lüdinghausen einordnen.“ Die anderen Verkehrsteilnehmer – Fahrzeuge, Räder und Fußgänger - haben an der Ampel an der Kreuzung rot.

Was ist eigentlich mit den Bussen der Linie D19 und R19 Richtung Lüdinghausen? Wo halten die denn? Die Antwort kennt Uwe Greif: „Die halten an der bisherigen Haltestelle „Schulzentrum/St. Josef“ auf der Kreisstraße. Die wird nach wie vor bedient.“

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