Neuer Standort für Rettungswache: Das sind die Auswirkungen auf die Planungen

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Die neuen Pläne für einen neuen Standort der Rettungswache für Selm haben die Öffentlichkeit überrascht. Was sagen diejenigen, die direkt betroffen sind?

Selm, Bork, Cappenberg

, 08.11.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die vierte Fortschreibung des Rettungsdienstbedarfsplans sieht gravierende Veränderungen für die Versorgung Selms vor: einen neuen, zentraleren Standort für die Rettungswache zum Beispiel.

Bisher waren alle Planungen auf einen Neubau direkt neben dem bisherigen Standort der Rettungswache am Amtshaus in Bork ausgerichtet. Nun favorisieren der Kreis Unna und die Stadt Selm einen ganz anderen denkbaren Standort: an der Bundesstraße 236 (Kreisstraße)/ K44n (Zeche-Hermann-Wall). Zudem ist vorgesehen, zwei Rettungswagen rund um die Uhr im Einsatz zu haben statt nur einen.

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Welche Auswirkungen hat das auf die Planungen? Schmeißt das alles um, was bisher besprochen wurde? Wir haben bei den Beteiligten nachgefragt.

DRK: Wir sind vorbereitet

Der DRK-Kreisverband Lünen stellt das Personal für die Rettungswagen. Bisher ist an der Rettungswache Bork ein Rettungswagen rund um die Uhr im Einsatz, während das zweite Fahrzeug nur von 7 bis 19 Uhr besetzt ist. Nun soll es also zwei Rund-um-die-Uhr-Fahrzeuge geben. Was sagt der Vorstand des DRK-Kreisverbands Lünen, Matthias Stiller, zu den neuen Entwicklungen? „Wir sind auf das, was auf uns zu kommt, vorbereitet, trotz der angespannten Personallage“, sagt Stiller auf Anfrage der Redaktion.

Es seien vor allem Notfallsanitäter, die zwar benötigt werden, aber auf dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen, wie Stiller berichtet. „Da gab es Probleme bei der Frage der Kostenübernahme für die Ausbildung, deshalb ist wenig Nachwuchs nachgerückt, weil nicht ausgebildet wurde.“ Mittlerweile sei das geklärt, „und auch wir selber bilden wieder aus“.

Gleichwohl könnten mit dem vorhandenen Personal auch zusätzliche Einsatzstunden auf den Rettungswagen gestemmt werden, wie sie im Rettungsdienstbedarfsplan festgeschrieben werden sollen.

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In dieser Hinsicht ist also alles auf dem Weg. Das sieht womöglich, was die tatsächlichen Planungen für eine Rettungswache am neuen Standort betrifft, anders aus. Stephan Schwager, zuständiger Dezernent bei der Stadt Selm, hatte im Umweltausschuss berichtet, dass es Verhandlungen mit einem Grundstückseigentümer im Bereich Bundesstraße 236/Zeche-Hermann-Wall gebe.

Grundsätzliches Einverständnis ist da

Wie weit sind die Verhandlungen mit besagtem Grundstückseigentümer gediehen? „Grundsätzlich ist ein Einverständnis des Grundstückseigentümers vorhanden“, berichtet Stadtsprecher Malte Woesmann auf Nachfrage. „Aktuell werden Einzelheiten besprochen. Unter anderem müssen noch Gespräche mit den Krankenkassen geführt werden.“

Bleibt es dabei, dass der Bauverein zu Lünen die neue Rettungswache bauen wird und die Stadt die Wache mietet? Das war das Modell, das für die ursprünglichen Planungen für eine neue Rettungswache in Bork ausgesucht worden war. Malte Woesmann sagt dazu: „Dies ist das Ziel der Stadtverwaltung. Hierfür sind jedoch auch noch einige Gespräche nötig.“

Großteil der Planungen auch am neuen Standort möglich

Wie schnell können solche bestehenden Pläne umgearbeitet werden? „Das ist zeitnah möglich“, so der Stadtsprecher. „Ein Großteil der Planungen wird nach jetzigem Stand auch an einem neuen Standort umgesetzt werden können.“

Gibt es einen Zielzeitraum, wann eine neue Wache gebaut werden kann?

„Das Bestreben ist, dies so schnell wie möglich umzusetzen“, erklärt Woesmann Dies hänge jedoch auch von dem endgültigen neuen Rettungsdienstbedarfsplan ab.

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