Katerina Kontou (Mitte) geht positiv in das Jahr 2021, obwohl die Coronakrise dazu geführt hat, dass ihr neu eröffnetes Restaurant im Frühjahr nach wenigen Wochen wieder schließen musste. © Marcel Schürmann (Archiv)
Rückblick

Neueröffnung und dann der Schock: So lief 2020 für das Restaurant Olympia

Es war der 27. Februar 2020, als das Restaurant Olympia an der Olfener Straße um 17 Uhr öffnete. Die Pächter freuten sich. Doch dann der Schock: Corona. Wie ist es seit dem gelaufen?

Es war für Selm mehr als die Schließung einer Lücke, die dadurch entstanden war, dass das Restaurant Adria geschlossen hatte. Katerina Kontou, ihr Ehemann Fotios Rozis und Sohn Teo übernahmen das Restaurant und das Hotel, öffneten am 27. Februar unter dem Namen Olympia. Der Zulauf war gut. Stammgäste und neue Gäste kamen. Offenbar war das neu eröffnete Restaurant eine Bereicherung für die Gastronomielandschaft in Selm.

Lockdown nach kurzer Zeit

21 Tage lief es, wie es sich die neuen Pächter vorgestellt hatten. Dann kam der erste Lockdown wegen der Coronakrise. Das Restaurant Olympia musste geschlossen werden. Niemand durfte dort mehr essen, wie in allen anderen Restaurants der Republik auch. Das stellte die Olympia-Pächter vor eine neue Herausforderung. Und ließen sie von ihrem ursprünglichen Plan abweichen. Ein Lieferservice war nicht vorgesehen gewesen. Nun reagierten die neuen Pächter und lieferten Essen aus. Die Kunden konnten sich aber auch Essen im Restaurant abholen. Wie so viele Restaurants versuchten Katerina Kontou und Fotios Rozis, das Beste aus der Coronakrise zu machen.

Das Restaurant Olympia hat ein turbulentes Jahr hinter sich.
Das Restaurant Olympia hat ein turbulentes Jahr hinter sich. © Arndt Brede (Archiv) © Arndt Brede (Archiv)

Und wieder standen die Kunden dem Restaurant zur Seite, hielten ihm die Treue. „Dafür sind wir sehr dankbar“, sagte Katerina Kontou damals im Gespräch mit der Redaktion. Für sie sei es gerade aber „sehr schade“, dass sie so kurze Zeit nach der Eröffnung kein Essen in ihrem Restaurant servieren könne. Sie zeigte aber Verständnis für die angeordnete Schließung: „Die Gesundheit aller geht jetzt nun mal vor.“

Dann kam Ostern, und auch an den Feiertagen lieferte das Restaurant Olympia Essen aus und bot Essen zum Abholen an.

Im Mai dann die erhoffte Lockerung. Restaurants durften wieder öffnen. So auch das Restaurant Olympia. Auch für dieses Restaurant galten strenge Regeln der Coronaschutzverordnung: Kundennachverfolgung, Desinfektionsmittel und so weiter. Erneut spielten die Kunden mit und kamen.

Gutschein-Aktionen

Die Stadt Selm reagierte auch, stampfte zusammen mit Sponsoren eine Gutschein-Aktion aus dem Boden, um den von den Corona-Schließungen betroffenen Geschäften und der Gastronomie zu helfen. Ein Erfolgsmodell. Aber das Coronavirus schert sich nicht um die wirtschaftliche Lage von Gastronomen. Am 2. November trat eine neue Coronaschutzverordnung in Kraft. Im Restaurant essen? Das ging ab diesem Zeitpunkt erneut nicht mehr. Nur gut, dass sich Liefer- und Abholservices – auch im Restaurant Olympia – bei den Kunden etabliert hatten.

Und wieder gab es eine Gutscheinaktion. Diesmal speziell für die von der Coronakrise gebeutelte Gastronomie: den Gastro-Gutschein, der ab Mitte Dezember in den Umlauf kam. Katerina Kontou, Chefin des Restaurants Olympia, begrüßte die Aktion: „In diesen Zeiten muss man alles probieren.“

Dank an die treuen Gäste

„In diesen Zeiten“, das ist mittlerweile so etwas wie ein Stoßgebet für eine baldige Besserung. Aber die ist noch nicht in Sicht. Bis zum 10. Januar gilt die aktuelle Coronaschutzverordnung. Wie lange kann das noch so weitergehen für Gastronomen wie Katerina Kontou? „Das kann ich gar nicht sagen“, antwortet die Wirtin. Derzeit ziehe die ganze Familie an einem Strang, um Außer-Haus-Verkauf und Lieferservice zu stemmen. In dem Zusammenhang sagt sie: „Ich möchte mich bei allen unseren Gästen für die Unterstützung bedanken.“

Auf das turbulente Jahr 2020 blickt Katerina Kontou mit gemischten Gefühlen zurück: „Das war schon schwer.“ Aber aufgeben, das kommt ihr nicht in den Sinn. Im Gegenteil. Ihre Devise ist so etwas wie das Motto des Jahres, diesmal nicht aus dem Mund der Bundeskanzlerin: „Wir schaffen das.“

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Arndt Brede

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