100-Betten-Hotel in Selm: Stehen die Pläne trotz der Corona-Krise?

mlzBaupläne

Noch Anfang März hatte Bürgermeister Mario Löhr für eine Überraschung gesorgt. Ein Investor überlege, ein 100-Betten-Hotel in Selm zu errichten. Gelten die Pläne trotz der Corona-Krise noch?

Selm

, 25.05.2020, 20:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als Bürgermeister Mario Löhr nach der Sitzung des Stadtentwicklungsausschuss am 5. März die Pläne für die Ansiedlung eines 100-Betten-Hotels in Selm vorstellt, ist die Welt noch eine andere.

Erst eine Woche später, am 12. März, wird der erste Corona-Fall in Selm bestätigt werden, wenig später werden Schulen und Kitas geschlossen und die Kontaktbeschränkungen treten in Kraft. Noch einmal einen Monat später, am 12. April, wird der erste Selmer in Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung sterben.

Am 5. März war das Ausmaß der Corona-Krise hingegen noch nicht abzusehen. Bürgermeister Mario Löhr und Baudezernent Stephan Schwager erklärten den Ausschussmitgliedern, dass sich ein Interessent gefunden habe, der am Kreisverkehr Kreisstraße/Ludgeristraße, auf dem Gelände des Hallenbades 4Elements, ein Hotel mit 100 Betten errichten wolle. Entschieden sei noch nichts, doch der Investor wollte zunächst einmal sondieren, wie die Stimmung in Selm für so ein Hotel sei. Es könnte ein Anziehungspunkt für Arbeitskräfte, Touristen, aber auch für Tagungsgäste sein, hatte Löhr im März erklärt.

Übernachtungszahlen wegen der Corona-Krise eingebrochen

IT-NRW hatte für Nordrhein-Westfalen ermittelt, dass die Übernachtungszahlen von 2018 auf 2019 um 44,4 Prozent gestiegen waren. In Selm belief sich die Zahl zwar nur auf 17,4 Prozent. Dennoch kein Grund für den Investor, es in Selm nicht zu versuchen.

Doch wie gesagt, damals war die Schwere der Corona-Krise noch nicht abzusehen. Inzwischen gibt IT NRW Zahlen heraus, die besagen, dass die Übernachtungen in ganz NRW in diesem März um 54,2 Prozent niedriger liegen, als noch ein Jahr zuvor. Die Gästezahl ging um 63,6 Prozent zurück. Für den Kreis Unna liegen sie bei 45,7 Prozent weniger Übernachtungen und 56,7 Prozent weniger Gästen. Für Selm liegen noch keine separaten Zahlen vor.

Sind die Pläne angesichts der Corona-Krise noch aktuell?

Die Ungewissheit bei den bereits in Selm ansässigen Hotels ist groß. Haben sich der Investor und der mögliche Betreiber des neuen Hotels inzwischen von den Plänen verabschiedet?

„Nein, die Pläne sind nicht begraben“, erklärt Bürgermeister Mario Löhr auf Anfrage. Das Interesse bestehe weiterhin. Löhr gibt zu, auch er sei überrascht gewesen, dass Investor und Betreiber auch weiterhin Bereitschaft signalisiert haben, ein 100-Betten-Hotel zu errichten. Allerdings gebe es noch einiges, was abzuklären sei.

„Wir müssen die Rahmenbedingungen einmal prüfen“, erklärt Löhr. Dafür sei in dieser Woche ein Gespräch angesetzt. Der Investor ist übrigens kein Unbekannter in Selm: Es handelt sich um Georg Eskes von der Firma Eskes Immobilien in Waltrop. Er betreut auch das Bauprojekt um das ehemalige Walter-Gerhard-Haus in Bork. Auf dem Gelände des einstmaligen evangelischen Gemeindezentrums sollen 21 Wohnungen mit Größen zwischen 60 und 100 Quadratmeter entstehen.

Wenn alles gut läuft, könnten die Hotel-Pläne dann ab 2022 realisiert werden, verrät Löhr. Zunächst stehen aber noch die Sondierungsgespräche an.

Lesen Sie jetzt