Ab dem 1. Februar 2022 können Selmer Schüler westfalenweit mit dem Bus fahren. Das neue Schülerticket Westfalen ermöglicht das. © Arndt Brede
Schülerticket

Neues Schülerticket für Selm ist bald westfalenweit nutzbar

Selmer Schüler können voraussichtlich ab dem 1. Februar 2022 ein neues Schülerticket westfalenweit nutzen. Die Selmer Politik hat jetzt den Weg dafür frei gemacht. Leicht war das nicht.

Das neue Schülerticket Westfalen gibt es bereits seit dem 1. Januar 2021. Selm hat als Schulträger nun die Möglichkeit und das Anrecht, einen neuen Schülerticket-Vertrag mit einem Verkehrsunternehmen abzuschließen. Das neue Ticket soll in Selm das sogenannte Schulwegsmonatsticket ersetzen. Der Rat der Stadt Selm hat bei zwei Nein-Stimmen aus der FDP-Fraktion dafür gestimmt.

Worum geht es eigentlich bei dieser Neuerung?

  • Das neue Schülerticket ermögliche laut Verwaltung die Nutzung „rund um die Uhr“ an allen Tagen des Jahres und habe eine einfache Tarifstruktur durch die Gültigkeit im gesamten Gebiet des Westfalentarifes und damit auch bis nach Dortmund, Hamm oder Münster. Das neue Schülerticket Westfalen verbessere insbesondere das Angebot für die nicht anspruchsberechtigten Schüler, welche zu nah an der Schule wohnen, und daher nicht berechtigt sind, ein kostenloses Ticket für die Fahrt zur Schule zu bekommen, wie es in Selm üblich ist.
  • Durch die Einführung des Schülertickets entstehen laut Verwaltung für die heute anspruchsberechtigten Schüler mit einem Flash-Ticket plus oder einem Fun-Ticket/Fun-Abo in Selm keine gravierenden preislichen Änderungen. Es ergeben sich Verbesserungen in der Gültigkeit des Tickets: Die Schüler müssten zukünftig nicht mehr entscheiden, für welches Netz das Ticket genutzt werden soll.
  • Durch den Abschluss eines Schülerticket-Vertrages erhalten insbesondere die nicht anspruchsberichtigten Schüler laut Verwaltung einen nicht unerheblichen finanziellen Vorteil. Diese Schüler können zukünftig ein Schülerticket für 33 Euro erwerben, mit dem sie zur Schule fahren und in ihrer kompletten Freizeit (inklusive Ferien, Feiertage) im ganzen Tarifgebiet Westfalen mobil sein können (vergleichbar mit heutigem Schüler-Abo plus Preisstufe A 42,70 Euro beziehungsweise Preisstufe B 69,10 Euro).
  • Der geringe Anteil der nicht anspruchsberechtigten Schüler, der nur in der Freizeit fahren möchte, werde auch weiterhin die Möglichkeit haben, ein Fun-Ticket/Fun-Abo zu erwerben, dann allerdings mit einer lediglich freizeitorientierten Nutzungsmöglichkeit.
  • Die anspruchsberechtigten Grundschüler erhalten das normale Schülerticket Westfalen mit der Gültigkeit rund um die Uhr im Westfalentarif-Gesamtnetz. Sie erhalten – wie bisher – ein Schulwegmonatsticket mit der eingeschränkten Gültigkeit zwischen Wohnung und Schule an Schultagen.

Um die mögliche Einführung des neuen Schülertickets in Selm hatten sich im Schul- und im Haupt- und Finanzausschuss lange Diskussionen entzündet. So hatten CDU und SPD in einem gemeinsamen Antrag eine Befragung der Eltern und Schüler gefordert, um zu eruieren, wie groß die Resonanz auf das neue Schülerticket sein werde. Denn das Angebot werfe Fragen zur Finanzierung auf, etwa zum Eigenanteil durch die Eltern. So müsse geprüft werden, ob die Stadt Selm die Eigenanteile übernehmen könne.

Diesen Antrag zogen die beiden Fraktionen später zurück.

Kämmerin: Eigenanteilübernahme durch die Stadt nicht möglich

Die Vorteile einer Einführung des neuen Schülertickets für alle Jahrgangsstufen überwiegen, sagte Erdal Macit für die SPD dann in der entscheidenden Ratssitzung. Eine Eigenanteilübernahme durch die Stadt Selm sei – das hätten Gespräche ergeben – nicht möglich. Kämmerin und Beigeordnete Sylvia Engemann hatte zuvor die angespannte Haushaltslage der Stadt Selm als Grund angegeben

Für die UWG regte Dr. Hubert Seier erneut an, ein alternatives Solidarmodell in Sachen Eigenanteil der Eltern für Selm zu prüfen.

Bündnis 90/Die Grünen begrüßten die Regelung rund um das Schülerticket, sagte Marion Küpper. Es sei ein großer Schritt in Richtung Mobilität.

Für die FDP forderte Klaus Schmidtmann, die Eltern zu fragen, ob sie dazu bereit sind, einen Eigenanteil von zwölf Euro für das Westfalen-Schülerticke zu bezahlen.

Die Familienpartei sieht in der Freiwilligkeit des neuen Westfalen-Schülertickets einen großen Vorteil, sagte Heiko Buchalik. Beigeordnete Sylvia Engemann erläuterte in Sachen Freiwilligkeit: „Bisher haben Eltern für den Weg ihrer Kinder von der Schule nach Hause ein kostenfreies Ticket bekommen.“ Jetzt würden die Eltern gefragt, ob sie bei einem Eigenanteil von zwölf Euro das Westfalenticket haben möchten. Einen zwangsweisen Anschluss an das Ticket gebe es nicht.

Für die CDU regte Herbert Mengelkamp an, die Eltern über die „nicht unkomplizierte Vertragsstruktur zu informieren“.

Genau das habe die Stadt vor, und zwar nach Gesprächen mit der Verkehrsgesellschaft Kreis Unna (VKU). Insofern seit das angepeilte Datum 1. Februar 2022 für die Einführung des neuen Schülertickets in Selm von Vorteil, um das zu organisieren.

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Arndt Brede

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