Nicht nur Alkohol im Blut: Selmer Autofahrer rast mit 1,6 Promille in ein Maisfeld

mlzAutounfall

Am Ende einer Rausch-Fahrt war ein Selmer in einem Maisfeld gelandet. Ein Hubschrauber musste den 27-Jährigen, der unter Alkohol- und Drogeneinfluss stand, suchen. Das hat nun Folgen.

von Sylvia Mönnig

Selm

, 09.12.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit Drogen und Alkohol im Blut sorgte ein Selmer für einen spektakulären Unfall, bei dem ein Maisfeld in Mitleidenschaft gezogen wurde und ein Hubschrauber eingesetzt werden musste. Die Rausch-Fahrt brachte ihn nun auf die Anklagebank.

Amphetamin, Cannabis und etwa 1,6 Promille benebelten die Sinne des 27-Jährigen aus Selm, als er am frühen Nachmittag des 1. September in Lünen in sein Auto stieg. Keine gute Idee: Als er im Bereich der Alstedder Straße zu allem Überfluss auch noch zu kräftig auf das Gaspedal trat, verlor er offenbar die Kontrolle über seinen Wagen, kollidierte zunächst mit einem Baum und fräste sich dann förmlich in ein Maisfeld.

Circa 1000 Quadratmeter Maisfeld wurden beschädigt

Er krabbelte aus dem Wagen, verschwand zwischen den Pflanzen, legte sich irgendwann einfach auf den Boden und musste dann per Hubschrauber gesucht werden. Die Konsequenz: Ein ramponierter Baum, schätzungsweise 1000 Quadratmeter beschädigtes Maisfeld und ein Auto, das nur noch als Kernschrott bezeichnet werden konnte. Der Führerschein des jungen Selmers wurde noch am gleichen Tag eingezogen. Auch musste er sich auf ein Strafverfahren einstellen.

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Das fand nun im Lüner Amtsgericht statt. Dem 27-Jährigen wurde fahrlässige Straßenverkehrsgefährdung zur Last gelegt. Er, dem die Erinnerung ob seines Zustands zum Zeitpunkt des Unfalls zum Teil einen Strich durch die Rechnung machte, stellte nichts in Abrede. Er habe abends mit Freunden getrunken und sich vermutlich dann überreden lassen, Drogen zu nehmen.

Angeklagter zeigt Reue

Bei dem Unfall erinnere er sich an den Aufprall und dann wieder daran, dass er gemeint habe, Benzingeruch wahrzunehmen. Deshalb habe er sich von seinem Auto entfernt. Mittlerweile sei er abstinent, wolle dafür auch demnächst Nachweise liefern können. Auch habe er mit seinem alten Umfeld abgeschlossen.

Darüber hinaus habe er sich mit dem Besitzer des Maisfeldes geeinigt, um den Schaden, den er angerichtet habe, gutzumachen. „Ich kann Ihnen auf jeden Fall versprechen, dass ich so etwas in Zukunft vermeiden werde“, betonte er mit Blick auf die Anklagevertreterin und die Richterin.

2800 Euro Geldstrafe und viele Monate ohne Führerschein

Die Anklägerin brachte es im Plädoyer auf den Punkt: „Wir können von Glück sagen, dass da ein Baum stand und nicht ein anderes Auto.“ Die Richterin sah das nicht anders und redete dem Selmer ins Gewissen: „Sie gefährden nicht nur sich, Sie gefährden auch andere.“

Für den 27-Jährigen sprachen indes sein Geständnis und die ehrliche Reue, die zwischenzeitliche Abstinenz und Bereitschaft, diese künftig nachzuweisen sowie sein Bestreben, den Schaden gutzumachen. Für ihn endete der Prozess mit 2800 Euro Geldstrafe und acht Monaten Sperrfrist zur Neuerteilung einer Fahrerlaubnis.

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