Lernen, basteln, bauen in der Notbetreuung, für die Kinder in der OGS in Bork schon Alltag. © Nina Grumme, OGS Bork

Notbetreuung in Selm: „Die Kinder haben sich an die Corona-Regeln gewöhnt“

Die Notbetreuung in Selm läuft schon seit den Weihnachtsferien. Was am Anfang Not war ist mittlerweile Normalität. Einschätzungen zu Abständen und neuer Normalität.

Eltern, die ihre Kinder nicht betreuen können, sind auf die Betreuung durch die Schulen angewiesen. In Selm läuft die Betreuung über den Verein Ganz Selm. Pressesprecher Lothar Kirchner beobachtet die Lage in der Notbetreuung seit Langem: „Den Kindern sind die Corona-Regeln in Fleisch und Blut übergegangen. Am Anfang musste man die Kinder immer noch darauf hinweisen und jetzt ist das alles selbstverständlich.“ Im Vergleich zu der Zeit vor der Pandemie seien es deutlich weniger Kinder in der Betreuung. Der Gesetzgeber, das Land NRW, verdeutlich online: „Wann immer möglich, sollten Schülerinnen und Schüler zu Hause betreut werden. Für die Betreuung ist eine Anmeldung erforderlich.“ Nur Kinder vom 1. bis zum 6. Schuljahr können die Betreuung in Anspruch nehmen.

Lernen auf Abstand. In der OGS werden die Corona-Regeln täglich gelebt.
Lernen auf Abstand. In der OGS werden die Corona-Regeln täglich gelebt. © Nina Grumme, OGS Bork © Nina Grumme, OGS Bork

An den jeweiligen Standorten des Vereines seien immer wieder unterschiedlich viele Kinder in der Betreuung: „Das hängt natürlich von der Größe der Schule ab.“ Der Effekt der Pandemie auf die Psyche der Kinder sei schwer abzuschätzen. Lothar Kirchner: „Das ist sehr unterschiedlich. Kinder entwickeln sich ja konsequent weiter. Wie ein Kind vor sechs Monaten war und wie es heute ist, lässt sich deswegen schwer vergleichen.“

Kinder brauchen Kinder Gesellschaft

Auch wenn sich die Auswirkungen auf das einzelne Kind nicht herunterbrechen lassen, ist sich Kirchner sicher, dass den Kindern etwas fehlt: „Kinder brauchen ihresgleichen um sich. Nur mit Eltern oder Großeltern werden die Kinder da schnell einsam.“ Auch der Umgang der Eltern mit der Pandemie sei ganz unterschiedlich: „Es gibt einfach Leute, die mit Stress besser oder schlechter umgehen. Zu den Eltern haben wir kaum noch Kontakt, die holen die Kinder im Moment direkt auf dem Schulhof ab. Nur in Einzelfällen bespricht man Sachen am Telefon.“

Neue Regeln ab 1. Februar

Die Landesregierung erklärt in einer Mitteilung vom 28.1. an die Schulen, dass der Distanzunterricht zukünftig auch in der Schule durchgeführt werden soll. Kinder, die zu Hause nicht die Möglichkeiten haben, angemessen am Distanzlernen teilzunehmen, sollen so unterstützt werden. Konkret heißt es: „Ab dem 1. Februar 2021 erhalten Schülerinnen und Schüler aller Klassen und Jahrgangsstufen (1 bis 13), die das Angebot des Distanzunterrichtes im häuslichen Umfeld ohne Begleitung nicht zielgerichtet wahrnehmen können, zur Wahrung der Chancengerechtigkeit die Möglichkeit, in der Schule am Distanzunterricht teilzunehmen.“

Dass Schulen und Kindertageseinrichtungen Treiber der Pandemie sind, wird immer wieder diskutiert. Dementsprechend würden sich die Mitarbeiter der Vereines auf die Impfung freuen. Lothar Kirchner: „Wir sind in der dritten Gruppe der Geimpften. Bis zum Ende des Schuljahres sehe ich da allerdings keine Chance.“ Seit 2011 kümmert sich der Verein um die Schülerinnen und Schüler an den Selmer Grundschulen. Neben der reinen Betreuung der Kinder arbeitet der Verein auch mit anderen Institutionen wie Sportvereinen oder Kulturorganisation zusammen. Der Verein finanziert seine Arbeit über das Land NRW. Zusätzliche Projekte oder Angebote werden aber auch über Spenden ermöglicht.

Über die Autorin
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Jahrgang 2000. Ist in Bergkamen aufgewachsen und nach Dortmund gekommen, um die große, weite Welt zu sehen. Überzeugte Europäerin mit einem Faible für Barockmusik, Politik und spannende Geschichten
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Nora Varga

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