Was die Stadt Selm plant, um die Parkplatzsituation zu verbessern

mlzParkplätze

Die Suche nach Parkplätzen gestaltet sich manchmal schwierig. Vor allem, wenn breite Autos nahezu eineinhalb Stellplätze einnehmen. Die Stadt Selm tut was dagegen.

Selm

, 22.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Klar, es gibt sie: die Autofahrer, denen es nicht gelingt, ihr Auto so zwischen den beiden Linien des Parkplatzes abzustellen, dass rechts und links genügend Platz ist, damit man selber, aber auch der Fahrer im Auto nebenan, bequem aussteigen kann. In solchen Fällen ist es schwierig, in eine vermeindliche Parklücke zu gelangen, ohne zu riskieren, entweder einen Blechschaden zu verursachen oder so einzuparken, dass man quasi im eigenen Auto gefangen wäre, weil die Tür nicht weit genug aufgeht. All diese Fälle sind auf menschliche (Fahr-)Schwäche zurückzuführen.

Konkurrenz durch SUVs

Andere Fälle mit ähnlichen Konsequenzen haben weniger mit menschlichem Versagen als eher mit dem Fortschreiten der Technik beziehungsweise des Designs zu tun. Denn die Autos werden immer breiter. Hinzu kommt, dass Otto Normalwagenfahrer mittlerweile bei der Parkplatzsuche mit Fahrern in sogenannten SUVs konkurriert. Diese „Sport Utility Vehicle“ oder Geländelimousinen sind Personenkraftwagen mit erhöhter Bodenfreiheit, die an das Erscheinungsbild von Geländewagen angelehnt sind. Und die sind eben breit. Zu breit für manche Parklücke.

Grundsätzlich 2,50 Meter Breite

Nehmen wir mal den Parkplatz vor der Stadtbibliothek am Willy-Brandt-Platz. Nicht selten haben normal breite Autos keine Chance auf einen Stellplatz, weil daneben eines dieser riesigen Schiffe parkt und, möglicherweise auch durch mangelnde Fähigkeit, korrekt zu parken, nicht mehr genügend Platz lässt.

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Sind die Autos zu breit oder die Stellplätze zu schmal? Die Redaktion hat Stadtsprecher Malte Woesmann gefragt, welche Parkplatzbreiten derzeit im Stadtgebiet auf öffentlichen Flächen gelten. Seine Antwort: „Neue öffentliche Parkplätze für die Senkrecht- und Schrägaufstellung werden grundsätzlich mit einer Breite von 2,50 Meter geplant. Es gibt allerdings auch ältere Parkplätze, die diese Breite nicht aufweisen. Insbesondere auch bei Längsparkstreifen sind teilweise Breiten von 2,00 Meter anzutreffen.“

Öffentliche Stellflächen sind rar

Insbesondere in den älteren Siedlungsgebieten ist das ersichtlich. Zum Beispiel im Wohngebiet südlich der Werner Straße mit Straßenzügen wie dem Heinrich-Böll-Weg. Drangvolle Enge herrscht in diesem Gebiet. Geparkt wird, wo Platz ist. Öffentliche Stellflächen sind rar. Und aktuelle Breiten von 2,50 Metern sind nicht in Sicht. Anders ist es im Neubaugebiet Am Klockenberg. Wer von der Südkirchener Straße einbiegt, findet nach wenigen Metern einen größeren Parkplatz. Was auffällt: Es sind keine einzelnen Stellflächen markiert. Dort gilt: Disziplin beim Parken ist nötig, damit möglichst viele Autos Platz haben.

Behindertenparkplätze 3,50 Meter breit

Spannend könnte es sein, wenn es um Parkplätze geht, die noch in der Planung sind. Wie der Parkplatz am Kreisverkehr Landsberg-/Kreisstraße. Berücksichtigt die Stadt die Entwicklung bei den Autos (immer breiter), wenn es um die Parkplatzbreite geht? Wenn ja, wie breit werden die Parkplätze am neuen Parkplatz dann sein? Malte Woesmann dazu: „Ja, die gestiegenen Breiten bei den heutigen Kraftfahrzeugen werden entsprechend berücksichtigt. Die einzelnen Parkflächen sind mit einer Breite von 2,50 Meter und die Behindertenparkplätze mit 3,50 Meter geplant.“ Hat die größere Breite der Parkplätze dort auch Auswirkungen auf die geplante Anzahl der Stellplätze? Woesmann: „Natürlich hat dies Auswirkungen auf die Gesamtzahl der Parkplätze, wird aber gerne in Kauf genommen, um künftige Konflikte zu vermeiden.“ Der neue Parkplatz hat, was die Planung betrifft, schon einige Schritte getan. Anders das geplante Neubaugebiet „Wohnen am Auenpark“. Auch für dieses neue Wohngebiet gilt die Maßgabe, die für neue Parkplätze gilt, wie der Stadtsprecher betont: Sie haben eine Breite von 2,50 Metern.

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