Pater Gregor Pahl ist noch bis Ende Februar 2021 Pfarrer der Kirchengemeinde St. Johannes Evangelist Cappenberg-Langern. © Abtei Hamborn
Stiftskirche

Pater Gregor Pahl verlässt Cappenberg: „Ich gehe nicht mit Groll“

Der Pfarrer von Cappenberg geht nach nur vier Jahren wieder. Diese Nachricht hat viele überrascht. Dabei war längst bekannt, dass Pater Gregor Pahl (39) auf Cappenberg nicht alt werden würde.

Der 5. Februar 2017 war ein besonderer Tag für die zweitkleinste Kirchengemeinde des Bistums Münster: Damals galt es, Pater Altfried Kutsch nach 15 Jahren als Pfarrer für Cappenberg und Langern zu verabschieden und Pater Gregor Pahl zu begrüßen. Dass der Neue nicht so lange bleiben würde wie sein Vorgänger, zeichnete sich bereits im Mai desselben Jahres ab. Damals wurden Spannungen innerhalb seiner Ordensgemeinschaft bekannt. Die hatten mit einer Entscheidung des jungen Pfarrers und drei seiner ebenfalls jungen Mitbrüder zu tun.

Die Prämonstratenser aus Duisburg-Hamborn stellen traditionell die Seelsorger für die Stiftskirche Cappenberg: ein Ort, mit dem die Ordensgemeinschaft eng verbunden ist. Im Jahr 1122 war dort das erste Prämonstratenserkloster auf deutschem Boden entstanden. Es hatte bis 1803 Bestand und prägte die gesamte Region.

Cappenberg begeht 2022 ein großes Jubiläumsjahr

Das Jubiläumsjahr 2022 steht ganz im Zeichen des 900-Jährigen. Dafür wird die ebenso alte Stiftskirche gerade herausgeputzt. Pater Gregor Pahl begleitet die Sanierung des Gotteshauses und bereitet die Feierlichkeiten vor. Mitfeiern wird er 2022 aber nicht – zumindest nicht als Gastgeber auf Cappenberg.

Ende Februar wird er die Gemeinde verlassen, wie die Gemeinde am ersten Adventswochenende erfuhr. „Ich wusste schon seit einigen Monaten Bescheid“, sagt Pater Gregor Pahl auf Anfrage. Abt Albert Dölken, der Leiter der Prämonstratenser-Abtei Hamborn, habe mit ihm gesprochen. Seitdem steht fest: Pahl wird am 28. Februar Cappenberg verlassen, und ein anderes Mitglied des Konvents wird kommen.

„Anders, als es bei meinem Amtsantritt war, wird er sich aber erst den Gemeindegremien vorstellen“, sagt Pahl: dem Kirchenvorstand und dem Pfarreirat. Diese Gespräche stünden im Januar an. Erst dann würden die Ordensgemeinschaft und das Bistum Münster den Namen öffentlich machen.

Gründung einer eigenen Kommunität geplant

Auch wenn er den Zeitpunkt nicht selbst gewählt habe: „Ich gehe nicht mit Groll“, sagt Pater Gregor Pahl. Vielleicht mit etwas Wehmut, weil ihm die Arbeit in St. Johannes Evangelist, wie die Gemeinde offiziell heißt, gut gefalle und inzwischen Kontakte gewachsen seien. Dass er aber nicht alt werden würde in dieser Position, stand für ihn seit langem fest. Und das hat er sich auch selbst so gewünscht. Denn Pater Pahl hat Pläne.

Zusammen mit drei weiteren Patres aus der insgesamt 21 Mitglieder zählenden Abtei Hamborn – jüngere Mitglieder der Gemeinschaft genauso wie er selbst – will er eigene Wege gehen. Die Priester möchten eine eigene Kommunität gründen – allerdings unter dem Dach der prämonstratensischen Gemeinschaft: eine Entwicklung, die sich schon 2017 abgezeichnet hatte. „So etwas braucht seine Zeit“, sagt er. Viele Akteure hätten da mitzureden. Wann und wo er und seine Mitstreiter durchstarten können, weiß er noch nicht. Jetzt sei es noch nicht so weit.

Sabbat-Zeit statt Anschlussaufgaben in der Gemeindearbeit

„Ich habe keine direkte Anschlussaufgabe in Hamborn“, sagt der gebürtige Oberhausener. Er werde erst einmal eine Sabbat-Zeit haben ohne feste Aufgaben – „zum ersten Mal, seitdem ich Priester bin“. Zeit, über diesen neuen Lebensabschnitt nachzudenken, hat er bislang noch nicht. Die Sanierung der Stiftskirche erfordere gerade viele Absprachen. Die Weihnachtspredigt hat er noch nicht geschrieben. Aber eines weiß er schon: Sie wird kurz werden. Das hat aber nichts mit dem bevorstehenden Wechsel zu tun. „Wir feiern unter freiem Himmel auf dem Schlossinnenhof“, sagt Pater Gregor: am Heiligabend um 17 Uhr. Er hoffe, dass das Wetter mitspiele – wie schon bei den anderen Freiluftgottesdiensten während der Corona-Zeit, etwa zur Erstkommunion oder zum 60-jährigen Priesterjubiläum seines Mitbewohners Pater Norbert Rebmann.

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