Pilze sammeln im Herbst: Warum ist das im Cappenberger Wald verboten?

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Der Herbst lädt dazu ein, in den Wald zu gehen und Pilze zu sammeln. Doch im Cappenberger Wald ist das an den meisten Stellen verboten. Der Förster Elmar Berks erklärt, warum das so ist.

Cappenberg

, 24.10.2019, 19:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Durch den Wald spazieren und dabei ein paar Pilze für das nächste Mittagessen sammeln ist eine beliebte Beschäftigung im Herbst. Doch nicht überall ist das erlaubt. Förster Elmar Berks erklärt, warum das Sammeln von Pilzen auch in weiten Teilen des Cappenberger Waldes verboten ist.

„Der Cappenberger Wald ist zu 80 Prozent Naturschutz- und FFH-Gebiet“, sagt Elmar Berks. Dort sei es allgemein verboten, etwas aus der Natur zu entwenden. Auf das Verbot und einige weitere Vorschriften weisen Schilder an den Eingängen der Waldwege extra hin.

Unerlaubtes Pilze sammeln könnte angezeigt werden

Das hält allerdings viele nicht davon ab, die Regeln zu brechen. Spaziergänger, die im Cappenberger Wald Pilze sammeln, „sehe ich fast täglich“, erzählt der Förster. Er spreche sie dann immer an, um sie darauf hinzuweisen, dass das Sammeln dort verboten ist.

Das sind FFH-Gebiete

  • FFH-Gebiete sind spezielle europäische Schutzgebiete in Natur- und Landschaftsschutz, die nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie ausgewiesen wurden und dem Schutz von Pflanzen, Tieren und Lebensraumtypen dienen.
  • In Deutschland gibt es über 4.000 FFH-Gebiete mit einer Fläche von über drei Millionen Hektar an Land sowie über zwei Millionen Hektar, die unter dem Einfluss des Meeres stehen.
  • In den FFH-Richtlinien wird nicht nur die Erhaltung, sondern auch die Wiederherstellung und Schaffung von Lebensräumen gefordert.

„Ich könnte die auch anzeigen“, erklärt er, „aber ich versuche immer erst zu reden“. Viele seien sich auch gar nicht bewusst, dass sie dort keine Pilze sammeln dürfen. Daher mache er sie dann auf das Verbot aufmerksam. „Und das klappt auch gut“, sagt Berks.

Generell gebe es aber viele Pilze im Cappenberger Wald. „Dieses Jahr sind es auch mehr“, sagt der Förster. Das liege vor allem am vielen Regen der vergangenen Wochen.

Einige Pilze stehen unter besonderem Schutz

In kleinen Teilen des Cappenberger Waldes dürfen diese Pilze aber sogar gesammelt werden. Denn nicht der ganze Wald ist ein Schutzgebiet. So gebe es am Rande des Waldes einige Bereiche, in denen gesammelt werden könnte.

Pilze sammeln im Herbst: Warum ist das im Cappenberger Wald verboten?

Im Cappenberger Wald sind an den Eingängen der Waldwege Schilder, die darauf hinweisen, dass es sich um ein Naturschutzgebiet handelt und dass dort keine Pflanzen gesammelt werden dürfen. © Pascal Albert

Außerhalb von Schutzgebieten ist das Sammeln von Pilzen nämlich grundsätzlich erlaubt - zumindest für den Eigenbedarf. Doch auch in nicht geschützten Wäldern dürfen „die befestigten und gekennzeichneten Wege nicht verlassen werden“, teilt der Kreis Unna mit.

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Dadurch ist auch das Sammeln von Pilzen abseits der Wege untersagt. Aber selbst am Weg dürfen nicht alle essbaren Pilze gesammelt werden. Denn einige stehen unter besonderem Schutz.

Waldschule Cappenberg bietet Erkundungstouren an

Dazu gehören alle heimischen Trüffel-Arten sowie der Kaiserling. Auch Steinpilze, Pfifferlinge oder Morcheln sind geschützt, dürfen aber „in geringen Mengen mit nach Hause genommen werden“.

Um zu wissen, welche Pilze gesammelt werden dürfen und welche genießbar sind, bietet die Waldschule Cappenberg Pilzerkundungsexkursionen an - allerdings nur in den Gebieten, die nicht unter Naturschutzstehen, erklärt Waldlehrer Oliver Bellaire.

Außerdem seien die Exkursionen, die in Zusammenarbeit mit der VHS Lünen angeboten werden, auch „keine Sammelaktionen“. Vielmehr gehe es darum, den Teilnehmern die Pilze vorzustellen, damit sie diese kennenlernen können.

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