Pilze sammeln im Naturschutzgebiet Cappenberger Wald kann teuer werden

Naturschutzgebiet

Zettel mit vielen Ausrufezeichen weisen aktuell darauf hin: Pilze sammeln ist im Naturschutzgebiet Cappenberger Wald verboten. Verstöße können sogar ziemlich teuer werden.

Cappenberg

, 17.09.2020, 08:37 Uhr / Lesedauer: 2 min
Pilze im Naturschutzgebiet - wie hier im Kohuesholz - zu sammeln, ist verboten.

Pilze im Naturschutzgebiet - wie hier im Kohuesholz - zu sammeln, ist verboten. © Günther Goldstein

Eigentlich findet Elmar Berks, Förster im Cappenberger Wald, es ja doof, Zettel im Wald aufzuhängen. Getan hat er es Anfang der Woche aber trotzdem, weil er gemerkt hat, das freundliche Gespräche alleine manchmal eben nicht unbedingt etwas bringen. „Deswegen versuche ich es jetzt mal anders“, sagt der Förster.

„Achtung Naturschutzgebiet. Das Sammeln von Pilzen ist in diesem Wald nicht erlaubt. Hohe Bußgelder drohen“, steht auf den Schildern. Dazu gibt es ein Piktogramm in roter Schrift und viele Ausrufezeichen. Sein Kollege und er seien von verschiedenen Personen darauf angesprochen worden, dass Pilzsammler im Cappenberger Wald auffällig geworden sind. „Die sind teilweise in Massen aus dem Auto gestiegen, mit zwei bis drei Körben in der Hand“, berichtet Berks. „Das sah jedenfalls nicht so aus, als seien die Pilze für den Privatgebrauch gewesen.

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Zum Hintergrund: Große Teile des Cappenberger Waldes sind Naturschutzgebiet. Dazu gehört zum Beispiel das Kohuesholz, oder der Wald rund um den Ruheforst. Dort dürfen keine Pilze gesammelt werden. Mehr noch: Die Wege dürfen auch nicht verlassen werden, erklärt Elmar Berks. In Wäldern, in denen kein Naturschutzgebiet ist, können Menschen stattdessen Pilze gerne pflücken, allerdings auch hier für den Eigenbedarf.

Der Förster weist auf seinen Schildern darauf hin: Ein Verstoß kann teuer werden. Für den wäre dann die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Unna zuständig. Solche Vergehen werden im Bußgeldkatalog Umwelt für NRW geregelt, erklärt Max Rolke, Sprecher beim Kreis Unna. „Die Strafen liegen bei 50 bis 5000 Euro“, so Rolke. „Sie richten sich natürlich nach dem Einzelfall.“ Also zum Beispiel nach dem Schutzstatus des Waldes und der schwere der Tat.

Hinweistafeln machen auf Verbote schon lange aufmerksam

Neu ist das nicht: An den Hauptzugängen zum Cappenberger Wald hängen Hinweistafeln, die erklären, dass der Wald Naturschutzgebiet ist und was man dort darf oder nicht. „Jeder Waldbenutzer hat eigentlich die Pflicht, sich vorher darüber zu informieren“, sagt Berks. Nicht erst seit diesem Jahr seien ihm die Pilzsammler aufgefallen. Dabei sei der Cappenberger Wald eigentlich gar nicht so interessant für Pilzsammler. „Hier ist nicht viel zu holen“, sagt Berks, „man findet vielleicht mal ein paar Steinpilze“.

Die Pilz-Saison startet gerade erst, noch bis Ende Oktober dauert sie, „bis zum ersten Frost“, sagt Elmar Berks. Er hofft nun, die Menschen mit seinen Hinweisschildern für das richtige Verhalten im Wald zu sensibilisieren. Das persönliche Gespräch wird er im Zweifelsfall aber auch weiterhin suchen.

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