Kommentar: Was von den Planungen in Cappenberg wohl umgesetzt werden wird und was nicht

mlzKommentar

Wie soll sich Cappenberg entwickeln? Vorschläge macht das Ortsteilentwicklungskonzept. Was davon umgesetzt werden wird, ist noch offen. Nicht zu viel, wie die Kommentatorin vermutet.

Selm

, 20.11.2019, 09:36 Uhr / Lesedauer: 1 min

Seit 21 Jahren lebe sie in Cappenberg und habe schon drei große Planungen erlebt, sagt eine Frau. Das habe Geld gekostet, aber sonst nichts gebracht: ein Vorwurf, den die Stadt nicht auf sich sitzen lässt am Montagabend. Bestes Beispiel, dass solche Planungen durchaus Folgen hätten, sei das Neubaugebiet Kreutzkamps Wiese, hält der Sprecher der Baubehörde dagegen - und verrät damit eine ganze Menge.

Ob je öffentliche Mittel fließen, um einen zum Verkauf stehenden Bauernhof oder gar einen Teil der alten gräflichen Brauerei in ein Vereinsheim umzubauen, ist fraglich. Und ob dieses Geld auch nur annähernd reichen würde, solche Pläne umzusetzen, auch.

Ist der Umbau der Krezung wirklich nötig?

Ebenfalls ein großes Fragezeichen steht hinter der Idee, die Kreuzung Cappenberger Damm/Borker Straße umzubauen. Vielleicht ließen sich dafür tatsächlich leicht Fördertöpfe anzapfen. Aber echten Handlungsdruck an dieser Stelle scheint eigentlich nur der Planer selbst zu spüren. Warum eine Kreuzung umbauen, die eigentlich gut funktioniert? Der Park dahinter ließe sich auch ohne diese Geldverbrennung verschönern.

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Die unmittelbarste Folge der jetzt abgeschlossenen Planung dürfte das Neubaugebiet am Cappenberger Damm sein. Dass das nicht mit dem Charakter Cappenbergs zu vereinbaren sei, wie manche befürchten, ist Unsinn. Das geschichtsträchtige Cappenberg hat einen starken Charakter. Den verbiegen auch 30 Eigenheime nicht so leicht.

30 statt 38 Baugrundstücke: Ist das „deutlich weniger“?

Dass die Stadt aber die Handbremse angezogen habe und deutlich weniger Bebauung zulassen wolle als noch im Mai im Gespräch war, ist auch nicht richtig. Damals haben 38 potenzielle Baugrundstücke Angst gemacht, jetzt sind es immerhin noch bis zu 30.

Angst ist da zwar nicht gefragt, Augenmaß aber schon. Und die Lust der Bürgerinnen und Bürger, auch die nächste Planung wieder kritisch zu begleiten.

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