Das Publikum verfolgte die Diskussion gespannt. © Günther Goldstein
Mit vielen Fotos

Podiumsdiskussion zur Bürgermeisterwahl: So sollen junge Menschen in Selm einbezogen werden

Das hat man auch nicht alle Tage: Eine Frau und fünf Männer bewerben sich um das Bürgermeister-Amt in Selm. Diese Redaktion hatte sie zu einer Podiumsdiskussion eingeladen. Die es in sich hatte.

Da standen sie nun am Mittwochabend, 12. August: Marion Küpper (Bündnis 90/Die Grünen), Wilhelm Gryczan-Wiese (parteilos), Michael Zolda (CDU), Robin Zimmermann (FDP), Ralf Piekenbrock (Familienpartei) und Thomas Orlowski (SPD). Auf der Bühne des großen Saals im Bürgerhaus Selm. Und mit ihnen 80 weitere Menschen im Saal. Bürger, die der Podiumsdiskussion, zu der diese Redaktion eingeladen hatte, beiwohnen wollten. Die Moderatoren waren Sylvia vom Hofe, Leiterin der Redaktionen Lünen und Selm und Chefreporter Daniel Claeßen.

Die gesamte Diskussion sehen Sie hier im Video:

Es gibt viele Themen, zu denen sich die Bürgermeisterkandidaten äußern sollten und das auch taten. Eines ist voll auf Zukunft ausgerichtet. Ein Leser hatte alle Kandidaten gefragt: „Wie wollen Sie insbesondere jugendliche Bürger und Bürgerinnen einbeziehen, um Selm langfristig klimagerechter zu gestalten?“

„Wir haben ja 2015 als Fraktion den Antrag gestellt, das Klimaschutzkonzept zu erstellen“, sagte Thomas Orlowski (SPD). „Ich freue mich ausdrücklich, dass das jetzt 2019 auch so beschlossen wurde. Wir müssen anfangen, endlich auch mal was zu machen. Wir sehen: Der Selmer Bach ist wieder ausgetrocknet, die Bäume sterben ab. Da gibt es mehrere Ansätze. Auf der einen Seite muss das natürlich in die Köpfe der Menschen rein, also über die Bildung in den Einrichtungen, dass das auch mal bewusst wird. Und dann müssen wir anfangen, das hier bei uns auch umzusetzen.“

Der parteilose Wilhelm Gryczan-Wiese sagte: „Es muss organisiert werden, dass es ein Jugendparlament auf Dauer gibt und dass diese Jugendlichen auch eine Stimme im Rat haben.“ Bürger müssten nicht nur über politische Ergebnisse informiert werden, sondern auch über Entscheidungen und Prozesse mitwirken können. Er schlage flächendeckende Bürgerforen im ganzen Stadtgebiet vor.

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Bilder von der Podiumsdiskussion mit den Bürgermeisterkandidaten in Selm

„Wir favorisieren für die nächste Legislaturperiode einen eigenen Schulauschuss“, erklärte Michael Zolda (CDU). Dort sollten ausschließlich Schulthemen auf die Tagesordnung kommen. In diesen Ausschuss sollten die Schüler- und die Elternvertretungen mit einbezogen werden. „So glauben wir, das Thema auf der einen Seite im Rahmen der Kommunalpolitik nach vorne entwickeln zu können, auf der anderen Seite müssen wir uns mit dem Thema Mobilität auseinandersetzen.“

Kinder und Jugendliche zu beteiligen, sei gesetzlich geregelt, warf Ralf Piekenbrock (Familienpartei) ein. Er verwies auf die UN-Kinderrechtskonvention, auf das Baugesetzbuch und auf die Kinder- und Jugendhilfegesetzgebung. Zudem gebe es eine DIN-Vorschrift, „die ganz genau besagt, dass Kinder und Jugendliche an der Planung, die ihre Zukunft betreffen, zu beteiligen sind“. Das betreffe das Wohnumfeld, die Erreichbarkeit von Kinderspielplätzen und das gesunde Wohnen, das eben auch Klima und Umwelt beinhalte und Grünflächen.

„Wir haben ja durch Fridays for future auch schon Demonstrationen erlebt“, sagte Marion Küpper (Bündnis 90/Die Grünen). „Ich weiß nicht,ob wir denen immer schon Konzepte überstülpen sollen. Ich glaube, dass sie den Freiraum brauchen, um sich zu entwickeln. Und dazu brauchen sie kompetente Ansprechpartner.“ Jugendliche würden ihre eigenen Strukturen dafür finden. „Das hat man auf Seiten der Politik anzuerkennen.“

Robin Zimmermann (FDP) erklärte: „Wir müssen die Jugendlichen ernst nehmen. Wir hatten die Klimadiskussion und Fridays for future, ausgelöst von einem 16-jährigen Mädchen. Am Ende haben wir uns darüber den Kopf zerbrochen, ob wir den Klimanotstand ausrufen oder nicht. Was passieren muss, ist Handeln. Wir müssen aktiv die erneuerbaren Energien vor Ort voran treiben.“ Er schlage vor, aktiv mit den Bürgern, mit den Unternehmen eine Green-Energy-Gesellschaft zu gründen, „indem wir gemeinsam das Geld in die Hand nehmen und gemeinsam die erneuerbaren Energien vor Ort ausbauen“.

Über den Autor
Redaktion Selm
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Arndt Brede

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