Polizei in Selm kritisiert Einsatz von Bürgerwehren

Veranstaltungen zu Karneval

Eine sogenannte Bürgerwehr hat angekündigt, beim Selmer Karneval für Ordnung sorgen zu wollen. Die Polizei sieht diese Ankündigung „sehr kritisch“. Warum seine Behörde etwas dagegen hat und weshalb sich Bürgerwehren sogar strafbar machen können, erklärte uns ein Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Unna.

SELM

, 03.02.2016, 14:26 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Wagen des Festausschuss Selmer Karneval trug den Titel "Gebrüder Grimm": Märchenfiguren waren Kamelle herunter.

Der Wagen des Festausschuss Selmer Karneval trug den Titel "Gebrüder Grimm": Märchenfiguren waren Kamelle herunter.

„Eins muss ganz deutlich gesagt werden: Das Gewaltmonopol liegt bei der Polizei“, macht Polizeisprecher Thomas Röwekamp deutlich. Unter Umständen machen sich selbst ernannte Bürgerwehren sogar strafbar, wenn sie Aufgaben der Polizei übernehmen wollen.

Bürgerwehren haben laut dem Polizeisprecher keinerlei besondere Befugnisse, dürfen zum Beispiel keine Personalien aufnehmen oder überhaupt auf Verdacht Personen kontrollieren. Über das Soziale Netzwerk Facebook hatten sich in den vergangenen Tagen Selmer abgesprochen, zur Karnevalszeit für Sicherheit sorgen zu wollen.

Vor allem Körperverletzungen und übermäßiger Alkoholkonsum

Die Polizei selbst kündigt an, dass sowohl beim Karnevalsumzug am Samstag, 6. Februar, als auch bei den Veranstaltungen mehr Kräfte im Einsatz sein werden, als in den vergangenen Jahren. Wie bereits berichtet, werden auch Polizeischüler und -studenten eingesetzt, die den Wachdienst in ihrer Ausbildungswache zusammen mit ihren sogenannten Tutoren ergänzen.

Auch in diesem Jahr stellt sich die Polizei wieder auf „Grundlegendes“ ein, wie Röwekamp die Art der Einsätze bezeichnet: Das seien vor allem Körperverletzungen und übermäßiger Alkoholkonsum von Karnevalisten. Außerdem seien die Beamten nach den Ereignissen der Silvesternacht in Köln auch auf Belästigungen und sexuelle Übergriffe sensibilisiert, sagt der Polizeisprecher.

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