Polizei warnt vor dubiosen Hundeangeboten auf Facebook

mlzBetrugsmasche

Niedliche Hunde zum Kauf werden regelmäßig in Selmer Verkaufsgruppen angeboten. Doch die Anbieter entpuppten sich als Betrüger. Manch einer fiel auf die Masche rein.

Selm

, 22.01.2019, 12:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Frau mit dem blonden Kurzhaarschnitt bietet „liebevoll Franz Bulldogge Welpen“. Ihre Rechtschreibung ist zwar nicht ganz korrekt, dafür preist sie die Hündin aber an: „eine super Liebe und sehr kinderlieb“. Das Foto, das sie dazu gepostet hat, zeigt einen niedlichen Hund mit pinkem Halsband und farblich passender Leine. „Sie wurde regelmäßig entwurmt, geimpft“, schreibt die Frau in der Gruppe „Selmer An- und Verkauf“ weiter. Und bittet Kaufinteressenten um eine Privatnachricht.

Ein anderes Mal bietet eine Frau „reinraissige Ommersche Welpen“ an, die ein liebevolles Zuhause suchen. „Sie sind sehr verspielt und kinderlieb, kennen Katzen und andere Hunde“ und würden sich darauf freuen, „ihre neuen Familien kennenzulernen“. Auch hier bietet die Frau um eine Privatnachricht.

Schon oft hat der Selmer Tim Speicher solche Posts in Selmer Verkaufsgruppen bei Facebook beobachtet. „Ich sehe solche Posts regelmäßig“, sagt Speicher, der selber Besitzer von zwei Hunden ist. Er meldet sie dann bei den Moderatoren der Gruppe, damit diese sie löschen können. „Das sind Fake-Profile“, sagt Speicher. Wenn man sich bei den angeblichen Hundebesitzern melde, wollten die im Voraus eine Geldüberweisung. Der Betrag variiere zwischen 500 und 3000 Euro. Einen Hund bekommen die hoffnungsvollen Interessenten aber nie. Und das Geld ist futsch.

Speicher hat sich bei unserer Redaktion gemeldet, weil er findet, dass über die Masche informiert werden sollte: „Das ist wie beim Enkeltrick“, sagt er. „Jeder warnt davor und trotzdem fallen Menschen darauf rein.“

Zwei Opfer aus Selm

So sieht das auch Thomas Röwekamp von der Polizeipressestelle des Kreises Unna. „Tiere ziehen ja immer“, sagt er. Im Prinzip sei das in einer Reihe zu nennen mit anderen Betrugsmaschen, bei denen es dabei gehe, irgendwie an das Geld des Opfers zu kommen. Also zum Beispiel der Enkeltrick, oder der Trick mit den falschen Polizeibeamten. „Viele Leute fallen da nicht mehr drauf rein“, sagt Röwekamp, „aber der ein oder andere vielleicht doch.“ So seien auch in Selm im vergangenen Jahr zwei Menschen Opfer des Hundetricks geworden und hätten diesen zur Anzeige gebracht. Die Wahrscheinlichkeit, die Betrüger dann zu belangen, sei aber gering. Meistens führe die Spur ins Ausland.

Beim Kreis Unna wusste man bisher nichts von der Betrugsmasche, sieht die Zuständigkeit aber auch eher bei der Polizei als beim Veterinäramt, schließlich ginge es ja nur um imaginäre und nicht um richtige Hunde. Sprecherin Fabiana Regino hat aber trotzdem einen Tipp: „Wir raten grundsätzlich davon ab, Facebook für die Suche nach Tieren zu benutzen. Man sollte lieber klassisch über das Tierheim zu gehen.“ Dort habe man auch die Möglichkeit, sich beraten zu lassen. Auch wenn man dafür das Haus verlassen müsse. „Aber wie das ausgehen kann, wenn man es sich zu bequem macht, das sieht man ja“, sagt Regino.

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