Polizeikontrollen rund um Tuner-Treffen: 72 km/h zu schnell und vier stillgelegte Autos

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352 Überschreitungen hat die Polizei am Sonntag rund um „Brands for Hospice“ festgestellt. Kriminalhauptkommissarin Vera Howanietz erklärt, warum nicht jedes Tuner-Treffen kontrolliert wird.

Bork

, 05.08.2019, 17:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nicht jeder Auto-Fan hat es am vergangenen Sonntag, 4. August, auf das Lasise-Gelände zum Tuner-Treffen geschafft. Denn zu der gemeinnützigen Veranstaltung „Brands for Hospice“ kamen nicht nur viele Tuner, sondern auch die Polizei.

Einige Auto-Fans waren deshalb gar nicht erst gekommen. „Das Auftreten der Polizei beim letzten Mal hält mich heute leider fern“, schrieb zum Beispiel ein Mann auf der Facebookseite von „Brands for Hospice“. Damit bezog er sich auf eine andere Tuning-Messe, die Ende Mai auf dem gleichen Gelände stattfand.

Sechs Gutachten wurden erstellt

Damals wurden 16 Fahrzeuge einem Sachverständiger vorgeführt. Diesmal wurden vom TÜV nur sechs Gutachten erstellt, wie Vera Howanietz von der Kreispolizei Unna sagt. Einige Fahrzeugbesitzer mussten ihr Auto dann gleich ganz stehen lassen. Denn vier der sechs untersuchten Fahrzeuge wurden stillgelegt. Die genauen Gründe für die einzelnen Stilllegungen kann die Kriminalhauptkommissarin allerdings nicht nennen.

Kimberly Niemeyer, Organisatorin von „Brands for Hospice“ hatte sich am Veranstaltungstag darüber beklagt, dass andere Tuner-Treffen nicht so sehr kontrolliert wurden wie ihr gemeinnütziges. Als Beispiel nannte sie ein ähnliches Treffen eine Woche zuvor in Bergkamen.

Tuner-Treffen müssen nicht bei der Polizei angemeldet werden

Die Polizei versuche aber immer, „im Rahmen unserer Möglichkeiten“, bei solchen Veranstaltungen vor Ort zu sein, erklärt die Vera Howanietz. Ob die Polizei Kontrollen durchführt oder nicht, komme auch immer darauf an, wie bekannt die Treffen sind.

Denn die Tuner-Veranstaltungen „müssen nicht angemeldet werden“. Das von Kimberly Niemeyer organisierte Treffen wurde aber vor allem online groß angekündigt. Auf Facebook hatten bis Sonntagmittag über 350 Besucher ihr Kommen angekündigt. Weitere 1.700 waren zumindest an der Veranstaltung interessiert.

233 festgestellte Überschreitungen an zwei Messstellen

Und „wenn wir von einem Tuner-Treffen erfahren, wollen wir auch für Sicherheit sorgen“, sagt die Kriminalhauptkommissarin. Die Erfahrungen der vergangenen Monate würden für die Kontrollen sprechen. Denn immer wieder gebe es gerade bei solchen Veranstaltungen „sehr unsichere Fahrzeuge“.

Zwar sei beim Großteil der Fahrer immer alles ordnungsgemäß angebracht und eingetragen, doch es gebe auch genug, die ohne die nötigen Kenntnisse selber an ihren Wagen schrauben würden. „Und das kann nach hinten losgehen“, erklärt sie.

Neben den Fahrzeugkontrollen wenige Hundert Meter vor dem Lasise-Gelände fanden auch an einigen Stellen Geschwindigkeitsmessungen statt. Die Polizei des Kreises Unna war an zwei Standorten, die auf dem Weg zur Tuner-Veranstaltung lagen, vertreten. Dabei gab es insgesamt 233 Überschreitungen, so Vera Howanietz.

„Raser sind nicht zwingend Tuner“

Trauriger Höhepunkt war ein Autofahrer, der die erlaubten 70 Stundenkilometer um mehr als das Doppelte überbot. Mit 142 km/h wurde er auf einer Landstraße erwischt. Ob es sich dabei um einer Tuner handelte, konnte die Polizei nicht sagen.

Darüber hinaus gab es auch noch einige Vergehen, die nichts mit einer erhöhten Geschwindigkeit zu tun hatten - ein Fahrer wurde zum Beispiel mit seinem Handy am Ohr erwischt.

Die Polizei des Kreises Dortmund war ebenfalls mit einer Messstelle unterwegs. An der Borker Straße wurden weitere 119 Überschreitungen festgehalten. Allerdings, betont Vera Howanietz, gebe es nicht unbedingt einen Zusammenhang zwischen den vielen Geschwindigkeitsüberschreitungen und der in der Nähe anwesenden Tunerszene. „Raser sind nicht zwingen auch Tuner“, macht sie deutlich.

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