Raser in Cappenberg: Was ist geworden aus dem Messpunkt am Cappenberger Damm?

mlzGeschwindigkeitskontrollen

Zu schnell unterwegs sind Autos auf dem Cappenberger Damm aus Sicht der Anwohner viel zu oft. Und das, obwohl der Kreis vermehrt Tempo-Kontrollen angekündigt hatte. Was ist daraus geworden?

Cappenberg

, 21.11.2019, 11:29 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Cappenberger Damm ist keine Strecke, auf dem Autofahrer mit gesittetem Tempo auffallen: Das sagen Anwohner der Straße in Cappenberg immer wieder deutlich. Vor allem jetzt, nachdem die Fahrbahn saniert wurde. „Ich habe das Gefühl, dass nun noch mehr Verkehr hier durchführt“, erklärt Anwohner Werner Schrabel gegenüber der Redaktion.

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Dass der Kreis Unna den Cappenberger Damm nach einer Autozählung und Geschwindigkeitsmessung im Sommer dieses Jahres zu einem der 400 Messpunkte des Kreises gemacht hat, hat nach Meinung des Anwohners nicht viel gebracht. „Bis heute hat keine Messung stattgefunden“, so die Beobachtung des Cappenbergers.

Stimmt das? Wo doch bekannt ist, dass auf dem Damm überdurchschnittlich viele Autofahrer zu schnell unterwegs sind?

War der Kreis mit Messauto vor Ort?

Nein, es stimmt nach Angaben von Christian Bornemann, Mitarbeiter in der Bußgeldstelle des Kreises Unna, nicht. Zwölfmal, so sagt er mit Blick auf die Statistiken, sei ein Messfahrzeug des Kreises in diesem Jahr schon vor Ort gewesen am Cappenberger Damm. Fünfmal, so erklärt er, haben Kreismitarbeiter seit August - also seit unserer letzten Berichterstattung - dort das Tempo kontrolliert.

„Nur weil uns ein Anwohner nicht sieht, heißt das nicht, dass wir nicht da gewesen sind“, stellt Christian Bornemann klar. Es sei sogar so, dass der „Standort jetzt noch vermehrt bedient“ werden soll, kündigt er an.

Hast sich Fahrweise nach Sanierung geändert?

248 Autos, so sagt er, waren insgesamt auf dem Cappenberger Damm zu schnell unterwegs. „Das ist normaler Durchschnitt“, sagt Christian Bornemann: nicht besonders viel für einen Messpunkt, aber eben auch nicht besonders wenig. Dass sich die Fahrweise nach der Sanierung der Straße deutlich verändert habe, lasse sich an diesen Zahlen nicht ablesen.

Wie oft und in welcher Regelmäßigkeit der Kreis am Cappenberger Damm durchhschnittlich im Monat vor Ort ist, beantwortet Christian Bornemann nicht genau. „Man kann das so pauschal nicht sagen. Das soll natürlich auch nicht so vorhersehbar sein“, erklärt er.

Ein fester Starenkasten am Cappenberger Damm, das hatte sein Kollege Michael Arnold im Sommer erklärt, sei dort keine Option: Dafür müsste es sich bei der Straße um einen Unfallschwerpunkt handeln, was laut Polizei nicht der Fall ist.

Unfallhäufig im Kreuzungsbereich Werner Straße

Wobei: Im Kreuzungsbereich Cappenberger Damm/Werner Straße ist schon eine Häufung von Unfällen beobachtbar, sagt Christian Bornemann. Auf der Werner Straße hat es bis zur Sanierung ja auch einen festen Starenkasten gegeben: „Den hatten wir entfernt, weil wir dachten, dass der Kreisverkehr dort zügig gebaut wird und die Geschwindigkeit sich dann mäßigt“, so Bornemann.

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Zügig kommt der Kreisverehr aber wohl nicht: Baubeginn soll laut Straßen.NRW wie berichtet im Frühjahr 2021 sein. Bis dahin müssen noch Flächen erworben werden, außerdem muss die Artenschutzprüfung überarbeitet werden.

„Wir funktionieren nicht auf Zuruf“

Den Starenkasten bis dahin einfach wieder aufzustellen, ist nicht so einfach, sagt Christian Bornemann: Vor Ort sei zwar noch der Stromanschluss, „aber man kann leider nicht einfach wieder einen Starenkasten dort hinstellen.“

In Bezug auf den Cappenberger Damm hatte der Anwohner Werner Schrabel sich auch schon selbst mal an den Kreis gewandt - hatte dabei aber das Gefühl, dass sein Anliegen „lapidar abgeschmettert“ worden sei. Christian Bornemann sagt, darauf angesprochen, dass sich Bürger natürlich immer beim Kreis melden könnten. „Aber wir funktionieren auch nicht auf Zuruf“, so der Kreis-Mitarbeiter.

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