Raubüberfall auf Spielwarenladen: Geschäftsleute der Altstadt setzen auf Frühwarnsystem

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Die Geschäftsleute der Selmer Altstadt sind nach dem Raubüberfall auf ein Spielwarengeschäft am Mittwoch, 24. Juli, immer noch geschockt. Doch sie wappnen sich gegen solche Vorfälle.

Selm

, 31.07.2019, 04:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Raubüberfall auf ein Spielwarengeschäft lässt die Geschäftsleute der Selmer Altstadt zusammenrücken. „Wir hatten schon vorher eine interne Whats-App-Gruppe, nutzen die jetzt aber gezielt“, sagt Volker Brüning, Vorsitzender der Selmer Werbegemeinschaft und Inhaber einer Apotheke in der Altstadt. Gezielt, das heißt: „Wenn jemandem etwas auffällt, informiert er die anderen per Whats-App.“

Aufeinander aufpassen

Das werde seit dem Raubüberfall auch verstärkt genutzt. Denn laut Brüning sind die Geschäftsleute „geschockt“ vom Vorfall. „Wir haben jetzt aber die Chance, aufeinander aufzupassen“, führt Brüning aus. Die Whats-App-Kommunikation sei so etwas wie ein Frühwarnsystem.

Aufeinander aufzupassen, sei umso wichtiger, als „in vielen Geschäften im Einzelhandel nur ein oder zwei Mitarbeiter stehen“.

Gibt es spezielle Schulungen für die Mitarbeiter der Geschäfte der Selmer Altstadt, wie sie sich bei einem Überfall verhalten sollen? Noch nicht, so Brüning: „Ich habe mein Team informiert, dass es sich vorsichtig verhalten soll.“ Gerade bei Apotheken gebe es ja Fälle, wo Leute gezielt Drogen oder Geld zur Beschaffung von Drogen haben wollen. „Bisher ist das bei uns aber noch nicht vorgekommen.“

Gleichwohl denke er darüber nach, ob eine Beratung durch Experten der Polizei für die Werbegemeinschaft sinnvoll sei. „Ich werde das mal in der nächsten Vorstandsrunde vorschlagen.“

Videoüberwachung

Ganz ohne Vorkehrungen wollen manche Geschäftsleute dann aber doch nicht den Geschäftsalltag meistern: „Einige Geschäfte haben Videoüberwachung im Inneren“, berichtet Volker Brüning.

Beim Raubüberfall auf das Spielwarengeschäft in der Altstadt hatte ein Jugendlicher, der als um die 14 Jahre alt beschrieben wird, eine Mitarbeiterin mit einem Messer bedroht und Geld gefordert. Die Frau hatte sich ihm entgegen gestellt, ihn angeschrien und den Jugendlichen und einen anderen Jugendlichen verscheucht, der ebenfalls im Geschäft war.

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Im Gespräch mit der Redaktion hatte Thomas Röwekamp, Sprecher der Kreispolizeibehörde Unna, Mitarbeiter von Geschäften zur Vorsicht geraten: „Oberste Priorität muss sein, sich selbst nicht in Gefahr zu bringen.“ Speziell auf den aktuellen Raubüberfall durch die Jugendlichen gemünzt hatte der Polizeisprecher gesagt: „Täter in diesem Alter sind vielleicht noch nicht so abgezockt wie ältere Täter. Und wenn sie nervös werden, kann es böse ausgehen.“

Ermittlungen laufen weiter

Unterdessen gehen die Ermittlungen der Polizei nach den Tätern weiter, sagt Vera Howanietz, Sprecherin der Kreispolizeibehörde Unna. Weitere Aussagen, etwa zum Ermittlungsstand, gab es nicht.

Hinweise an die Polizei in Werne, Tel. (02389) 9213420 oder 9210.

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