Reaktionen auf Pflegeheim-Entscheidung in Bork

Nach Auftragszuschlag für die Caritas

Die Caritas Lünen-Selm-Werne hat vom Kreis Unna die Freigabe erhalten, die Planungen für ein Altenheim in Bork zu vertiefen. Was genau sie vorhat, ist weiter unklar. Aber was ist mit dem unterlegenen Bewerber um die Förderung, Georg Eskes? Und wie bewerten Politiker die Pläne? Wir haben uns umgehört.

BORK

, 22.04.2016, 05:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das sagt die Caritas:

Die Caritas in Person des Vorstandsvorsitzenden Hans-Peter Benstein freue sich über die Entscheidung des Kreises, wolle sich aber zurückhalten: „Wir sehen darin eine Bestätigung unserer Vorarbeit und der eingereichten Planungsideen“, heißt es von Vorstandsassistentin Nadine Kalle. Doch für einen Einblick in die Ideen sei es noch zu früh, ließ sie im Namen des Vorstands ausrichten. Den hatten bislang nur Stadtverwaltung und Politik in einer nicht öffentlichen Sitzung.

Das sagt Georg Eskes:

Der unterlegene Bewerber ist Eskes Immobilien, eine Firma aus Waltrop. Georg Eskes wollte mit einer eigenen Gesellschaft namens „Barrierefreiraum“ eine stationäre Pflegeeinrichtung nach dem APG bauen: Er hatte sich dazu schon im Vorfeld mit der Evangelischen Kirchengemeinde unterhalten.

Auf deren Gelände an der Waltroper Straße wollte er das Gemeindezentrum und das Umfeld verändern.  Als er von der Ausschreibung von 39 Pflegeplätzen im Stadtgebiet hörte, den der Pflegebedarfsplan festlegte, passte er die Pläne auf diese Ausschreibung an. Denn dann hätten sie Förderchancen nach dem APG gehabt. Nun unterlag der Eskes-Vorschlag deutlich.

Jetzt lesen

Und jetzt? „Dadurch, dass die Caritas den Zuschlag bekommen hat, planen wir um“, sagte Eskes in dieser Woche auf Anfrage. Am Mittwoch (27. April) werde er nun noch einmal modifizierte Pläne dem Presbyterium vorstellen. Enttäuscht? „Uns war klar, dass der Drops gelutscht ist, als wir von der Bewerbung der Caritas hörten“, so Eskes. „Als kleine Firma hat man gegen dieses große Wohltätigkeitsunternehmen keine Chance.“ Was er dabei auch meint: In Lünen sicherte die Caritas sich weitere 80 Plätze aus dem Bedarfsplan. Georg Eskes: „Wir haben einen Plan B.“

Das sagt die Politik:

Und die Politik in Selm? Sagt noch nicht viel. Dieter Kleinwächter (CDU) meinte, man wolle den Planungsprozess abwarten. Ähnlich äußerten sich Stadtverwaltung und Werner Sell (Die Linke).

Maria Lipke (UWG) hingegen wurde schon deutlich: „Wir haben nichts gegen den Betreiber und auch nichts gegen das Betreiben eines weiteren Pflegeheimes in Bork – aber bitte nicht am Marktplatz“, meinte sie auf Anfrage. „Die Stadt ist Eigentümerin des Marktplatzes und hätte im Rahmen der sowieso anstehenden Altstadtsanierung die Chance, den Ortskern attraktiver zu machen. Dafür sollte der Marktplatz für Jung und Alt umgestaltet und ein Ort der Begegnung werden.“ Sie stelle sich Außengastronomie vor, um auf dem jetzt „unattraktiven Platz Borks eine ‚Gute Stube‘ einzurichten“.

360-Grad-Foto: So sieht der Marktplatz aus

Wenn Sie über das Bild fahren, können Sie Richtung und Geschwindigkeit ändern.

Thomas Staschat (parteiloses Ratsmitglied): „Ich befürworte das aus einem einfachen Grunde: Meines Wissens gibt es eine derartige Einrichtung in Bork noch nicht. Und auch für die Borker braucht man, wenn sie älter sind, etwas, wo sie hin können. In Selm gibt es schon genug. Die Caritas wird gute Gründe haben, auch für den Standort. Man sollte die Älteren vielleicht nicht an die Peripherie pflanzen – warum nicht auch mitten im Ortskern?“

Das sagt die Stadtverwaltung:

Die Stadtverwaltung äußerte sich nicht. Sie verweist auf das nun anlaufende Bau- und Planungsverfahren, in dessen Verlauf die Grundstücksfrage geklärt werden muss und die Planungen der Politik detailliert vorgestellt werden.

 

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt