Riesenpilze rund um Selm gefunden: Steinpilz wiegt 838 Gramm

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Die Pilzsaison lockt so manchen Pilzfreund in die Wälder: Der Selmer Andreas Czubak fand einen besonders stattlichen Steinpilz.

Selm

, 17.10.2020, 16:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als der Selmer Andreas Czubak (55) in den Wäldern zwischen Selm und Vinnum Pilze sammelte, staunte er nicht schlecht: Der leidenschaftliche Pilzsammler fand einige Steinpilze, die eine beachtliche Größe erreicht hatten. Die heimische Waage zeigte: 838 Gramm wog das größte Exemplar. Czubak spricht von einem „Riesenpilz“, den er gerne den anderen Lesern zeigen möchte.

Jochen Beier, Pilzexperte aus Dortmund und tätig für die VHS Lünen und die Waldschule Cappenberg, schätzt den Fund des Selmers so ein: „Ja, das sind schon recht große Exemplare. Für sehr außergewöhnlich schätze ich sie aber nicht ein, da die Art sehr fleischig ist und des Öfteren im Reifezustand große Exemplare hervorbringen kann.“

Riesenpilz ist viel Geld wert

Laut des Experten können jene großen Exemplare bis zu 30 Zentimeter hoch werden und einen Durchmesser von 20 Zentimetern haben. Verschiedene Zeitungen berichteten in den vergangenen Jahren über riesige Steinpilze, die sogar die 1-Kilo-Marke knackten. Gelohnt hat sich das Sammeln der Pilze für Andreas Czubak jedoch in jedem Fall: Ein Kilo Steinpilze kostet im Handel zwischen 20 und 45 Kilo.

Stolze 838 Gramm wiegt der stattliche Steinpilz.

Stolze 838 Gramm wiegt der stattliche Steinpilz. © Andreas Czubak

Macht es geschmacklich einen Unterschied, ob der Steinpilz groß oder klein ist? Nein, sagt Jochen Beier. Allerdings neigen „alte“ Pilze eher dazu, schwammiger, madig oder wässrig zu werden. Diese Stellen muss man dann großflächig herausschneiden. Als alt gelten Pilze schon relativ schnell: Nur eine Woche lang brauchen Steinpilze und Pfifferlinge um auszuwachsen. „Das ist ziemlich lange. Anderen Pilzen kann man förmlich zusehen. Tintlinge brauchen nur einen bis maximal drei Tage.“

Steinpilze wachsen in Lebensgemeinschaften

„Ich kann nicht verraten, wo es besonders viele Steinpilze gibt, dann bekomme ich ja keine mehr ab“, sagt Beier schmunzelnd. Fakt sei jedoch: Steinpilze wachsen immer in Lebensgemeinschaften mit Bäumen. Dabei gibt es verschiedene Steinpilz-Arten. Manche sind spezialisiert auf Buchen, manche auf Eichen und manche auf Nadelbäume. Schmecken tun sie jedoch alle gut und unterscheiden sich geschmacklich nur in Nuancen.

Wer sich nun auf die Suche nach weiteren Riesen-Steinpilzen machen möchte, sollte sich vorher informieren, ob das im jeweiligen Wald gestattet ist. Im Naturschutzgebiet im Cappenberger Wald beispielsweise ist das Pilzsammeln verboten. Elmar Berks, Förster im Cappenberger Wald wurde kürzlich von verschiedenen Personen darauf angesprochen, dass Pilzsammler im Cappenberger Wald auffällig geworden sind.

VHS-Seminare sind beliebt

„Die sind teilweise in Massen aus dem Auto gestiegen, mit zwei bis drei Körben in der Hand“, berichtet Berks. „Das sah jedenfalls nicht so aus, als seien die Pilze für den Privatgebrauch gewesen.“ Deshalb gibt es nun Pilzsammeln-Verbotsschilder. Der Förster weist auf seinen Schildern darauf hin: Ein Verstoß kann teuer werden. Für den wäre dann die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Unna zuständig. Solche Vergehen werden im Bußgeldkatalog Umwelt für NRW geregelt, erklärt Max Rolke, Sprecher beim Kreis Unna. „Die Strafen liegen bei 50 bis 5000 Euro“, so Rolke.

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Wo gesammelt werden darf und welche Pilze essbar sind, kann in VHS-Kursen gelernt werden. Das nächste Seminar mit Jochen Beier am 31.10 ist allerdings bereits ausgebucht. Einen Tipp gibt es jedoch von der Waldschule: „Fast alle Pilze, die Schwämmchen an der Unterseite haben, sind ungiftig“, sagt Oliver Bellaire, Waldlehrer an der Waldschule Cappenberg. Lediglich der giftige Satansröhrling habe diese Struktur, zeichne sich aber durch einen roten Stiel aus. Bei Pilzen mit Lamellen, also Rillenstruktur an der Unterseite, solle man eher vorsichtig sein.

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