Rita Schenk vergoss Tränen für verschandeltes Büchlein

Poesiealbum-Aktion

Dem Aufruf von Ruhr Nachrichten und Stadtbibliothek, Poesiealben für eine Ausstellung hervorzukramen, ist Leserin Rita Schenk gefolgt. Sie blickt gern zurück - auch wenn eine Erinnerung mit Tränen verbunden ist.

SELM

von Von Benjamin Glöckner

, 28.04.2011, 06:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Heute kann Rita Schenk über die Tat der älteren Jungs lachen, aber damals war es für sie ein echtes Schockerlebnis.

Heute kann Rita Schenk über die Tat der älteren Jungs lachen, aber damals war es für sie ein echtes Schockerlebnis.

Das Poesiealbum war ihr Ein und Alles. Deswegen vermerkte sie auch direkt auf der ersten Seite: "Reißt mir keine Blätter raus, sonst ist's mit unserer Freundschaft aus". Doch nicht alle gingen pfleglich mit ihrem kleinen Erinnerungsschatz um.Als sie ihr Poesiealbum mal unter ihrer Schulbank vergessen hatte, machten sich ältere Jungs aus der 8. Klasse über das kleine schwarze Büchlein her und verunzierten die sonst immer sehr sorgsam behandelten Seiten. "Das hat Tränen gegeben", erinnert sich die 61-Jährige heute an das Schockerlebnis, als sie das verunstaltete Poesiealbum wieder in ihren Händen hielt. Doch aus der Not machte sie eine Tugend. Mit Glanzbildern überklebte sie kurzerhand die unschönen Stellen, die die Jungs hinterlassen hatten.Tochter Britta war fasziniert

Heute ist das Album bis auf die letzte Seite gefüllt und steht immer griffbereit im Bücherregal. Dort fand es auch Rita Schenks Tochter Britta, als diese acht Jahre alt war. Die war davon so fasziniert, dass sie auch ein Poesiealbum haben wollte. Das war 1976. Heute besitzt die Tochter sogar zwei.

 

 

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