Die Zuwegung gibt es bereits: den Kreisel. Der vierte Arm, der die Werner Straße mit der Umgehungsstraße K44n verbindet, führt seit 2019 in das Gewerbegebiet nördlich der Werner Straße. Im Hintergrund ist Saria zu sehen. Das Unternehmen will in Richtung Selm wachsen.
Wirtschaft

Saria will wachsen und überplant 4,2 Hektar Freifläche in Selm

Saria will kräftig erweitern. Das international tätige Unternehmen will seinen Unternehmenssitz an der Werner Straße nach und nach ausbauen: eine zusätzliche Fläche von 4,2 Hektar.

An der Werner Straße in Selm tut sich eine Menge. Der Sanitärgroßhändler Cordes und Graefe wird dort ein Logistikzentrum errichten. 13 Hektar sind dafür vorgesehen. Der erste Spatenstich für die Neuansiedlung ist zwar noch nicht terminiert, soll aber in diesem Jahr erfolgen: eine Ausdehnung der Gewerbefläche in Richtung Werne. Seit Dienstagabend sind auch die Pläne für ein Wachstum in die umgekehrte Richtung öffentlich. Die 4,2 Hektar große Fläche zwischen dem Verwaltungssitz des Unternehmens Saria und der Wohnstraße Mergelkamp soll bebaut werden – vor allem, aber nicht nur gewerblich.

Flächen sind bereits erworben

Die Fläche hat Saria bereits erworben. Nach und nach möchte das Unternehmen sie jetzt bebauen. Denn so viel ist klar: Der Global Player Saria braucht mehr Platz für seine Verwaltung. Dabei ist nicht an irgendwelche Bürogebäude gedacht, wie Okay Günaydin von der Stadtverwaltung am Dienstag dem Ausschuss für Wirtschaftsförderung darlegte. Er sprach vielmehr von „repräsentativen Gebäuden“ und einer „Campus-Struktur“. Selbst die Baumreihen, so Günaydin, entsprächen diesem Vorhaben und seien selbst in dieser frühen Phase der Planung schon exakt geplant.

Nach dem Flächennutzungsplan handelt es sich um eine „Fläche für die Landwirtschaft“. Das soll sich ändern: Ziel ist es aber nicht nur, die Äcker in Gewerbefläche umzuwandeln. 3000 Quadratmeter sind am äußeren Rand der Erweiterungsfläche – also direkt an die Straße Mergelkamp angrenzend – als Wohnbaufläche vorgesehen. Der Siedlungsrand solle so abgeschlossen werden, sagte Günaydin. An die Baugrundstücke schließen sich nicht direkt neue Verwaltungseinheiten an. Zwischen Wohnen und Arbeiten ist eine einen halben Hektar große Grünfläche vorgesehen.

Kleines Wohngebiet geplant

Die Bewohner des kleinen Wohngebiets sollen über die Straße Mergelkamp zu ihren Wohnungen kommen. Die Erschließung der hauptsächlichen Bebauung, also der neuen Verwaltungsgebäude, erfolgt einerseits über den Kreisverkehr an der Werner Straße und anderseits über die bestehende Zufahrt zur Firma Saria gegenüber dem Knappenweg.

Von Seiten des für die Regionalplanung zuständigen Regionalverbandes Ruhrgebiet ist nicht mit Widerspruch zu rechnen, wie den Sitzungsunterlagen zu entnehmen ist. Es habe bereits eine informelle landesplanerische Vorabstimmung gegeben. Nicht nur Olay Günaydin, sondern die gesamte Stadtverwaltung, beurteilt das Vorhaben positiv. „Die Gespräche mit der Firma Saria haben einen verbindlichen Stand erreicht“, heißt es in der Sitzungsunterlage. Daher empfehle die Verwaltung „parallel zur Änderung des Flächennutzungsplanes, die Aufstellung des Bebauungsplanes zu beschließen“.

Politik hat Diskussion noch vor sich

Der Ausschuss am Dienstag hatte keinen Diskussionsbedarf. Am Donnerstag (25. 2.) geht es ab 17 Uhr auch im Ausschuss für Stadtentwicklung, Mobilität, Umwelt- und Klimaschutz um die Erweiterung.

Saria ist einer der führenden Spezialisten in der Verwertung tierischer und pflanzlicher Produkte und Reststoffen. Das Unternehmen ist ein Teil der in mehr als 60 Ländern tätigen Rethmann-Gruppe. In Selm, wo die Geschichte des Familienunternehmens Rethmann begann, befindet sich der Hauptsitz der Saria-Verwaltung. Dort ist auch die Verwaltung der Rethmann-Gruppe angesiedelt: ein Gebäude-Komplex, der erst vor wenigen Jahren umfangreich modernisiert und erweitert worden war. Im September 2019 erfolgte die erneute Einweihung – nur ein Zwischenschritt auf dem Wachstumskurs, wie es damals schon hieß. Jetzt soll es weiter gehen. Um wie viele Mitarbeiter Saria aufstocken wird, war in der Ausschusssitzung noch nicht zu erfahren.

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Leiterin des Medienhauses Lünen
Leiterin des Medienhauses Lünen Wer die Welt begreifen will, muss vor der Haustür anfangen. Darum liebe ich Lokaljournalismus. Ich freue mich jeden Tag über neue Geschichten, neue Begegnungen, neue Debatten – und neue Aha-Effekte für Sie und für mich. Und ich freue mich über Themenvorschläge für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen.
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Sylvia vom Hofe

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