Starkregen ist am Dienstabend in Selm runtergekommen. © Jürgen Weitzel
Extrem-Wetter

Schadens-Bilanz nach Starkregen: Hier war es besonders schlimm in Selm

Von dem katastrophalen Starkregen am 14. Juli war Selm weitgehend verschont geblieben. Knapp zwei Wochen später (27. 7.) waren die Straßen der Altstadt unter Wasser: eine Schadensbilanz.

Bei der Hochwasser-Katastrophe am 14. Juli im Westen Deutschlands hatte Selm Glück. Bis auf zwei Einsätze in Cappenberg brauchte die Feuerwehr nicht auszurücken. Der starke Regen, der andernorts Tod und Verderben brachte, sorgte kaum für Schäden. Am 27. Juli sah das anders aus.

Der Deutsche Wetterdienst hatte um 17.20 Uhr eine Warnung der Stufe 2 herausgegeben. Zu rechnen sei mit „markantem Wetter“. Das bedeutet: „Die erwartete Wetterentwicklung ist nicht ungewöhnlich, aber gefährlich. Es können vereinzelt oder örtlich Schäden auftreten.“ Genau das ist passiert. Andere Städte in der Schlechtwetterschneise erlebten Platzschauer, die zwar Passanten durchnässten, aber bei dem das Wasser schnell ablief. Über Selm fiel dagegen ein Dauerregen, der die Straßen flutete.

Schwerpunkte laut Feuerwehr waren die Altstadt – insbesondere die Straßenzüge Ludgeristraße, Breite Straße, Brink – und das Seiland. Auch einige Gebäude an der Jakob-Kaiser-Straße oder Albert-Schweitzer-Straße waren nach Aussage der Feuerwehr betroffen. Wie viele Keller genau vollgelaufen sind, lässt sich nicht beziffern, wie Stadtsprecher Malte Woesmann mitteilt.

Kanäle waren vorsorglich gespült

Die Stadtwerke seien eigentlich gut Vorbereitet gewesen: Alle bekannten Straßeneinläufe, die bei Starkregen verstopfen können, sind laut Mitteilung der Stadtwerke in den zurückliegenden zwei Wochen nach dem letzten Starkregen vorsichtshalber gereinigt worden – und das gleich mehrfach. Trotzdem waren am Dienstagabend die Kanäle überlastet. Anstatt über die Gullys abzufließen, drückte sich das Wasser in die Keller überflutete die Straßen.

„Die Intensität dieses Ereignis spiegelt sich auch am Pumpwerk Seiland wider“, sagt Woesmann und liefert Zahlen. In den bisher 50 Jahren hätten die beiden großen Regenwasser-Pumpen insgesamt 40 Betriebsstunden geleistet. „Allein am Dienstag sind zwischen 18 und 19.30 Uhr beide Pumpen jeweils eine Stunde gelaufen“ – deutlich länger als sonst. „In den vergangenen 20 Jahren seien diese Pumpen im Extremfall maximal 30 bis 45 Minuten einzeln am Stück gelaufen. Die Förderleistung der Pumpen je Stunde liegt bei rund 1600 Kubikmeter pro Pumpe.

Extra-Öffnungszeiten des Wertstoffhofs

Das Extremwetter hat bei manchen Folgen hinterlassen: in Form von durchnässten Keller-Möbeln, die jetzt nur noch Sperrmüll sind. Stadtverwaltung und Stadtwerke haben deshalb entschieden, die Öffnungszeiten des Wertstoffhofes kurzfristig zu erweitern. Der Wertstoffhof ist am Freitag, 30. Juli, von 8 bis 18 Uhr und am Samstag, 31. Juli, von 8 bis 15 Uhr geöffnet.

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Leiterin des Medienhauses Lünen Wer die Welt begreifen will, muss vor der Haustür anfangen. Darum liebe ich Lokaljournalismus. Ich freue mich jeden Tag über neue Geschichten, neue Begegnungen, neue Debatten – und neue Aha-Effekte für Sie und für mich. Und ich freue mich über Themenvorschläge für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen.
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Sylvia vom Hofe

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