Die Borker Straße von Cappenberg nach Bork führt durch schöne Landschaft. Das tröstet die Verkehrsteilnehmer aber nicht über den schlechten Zustand der Fahrbahn hinweg. Geduld ist gefragt. © Günther Goldstein
Verkehr

Schlaglochpiste Borker Straße: Tempo 70 ist „völlig unangemessen“

Wer über die Borker Straße von Cappenberg nach Bork fährt, kann einen besonders schönen Blick auf die münsterländische Parklandschaft genießen. Die Fahrbahn selbst lehrt dagegen das Grauen.

1,7 Kilometer misst die Borker Straße zwischen dem Cappenberger Zentrum bei der Wirtschaft Kreutzkamp bis zur Einmündung auf die Bundesstraße 236 zwischen Lünen und Bork. Diese 1,7 Kilometer haben es in sich – inzwischen mehr denn je.

Spurrillen auf der Fahrbahn, Absenkungen, Aufplatzungen „und richtig tiefe Löcher“, ergänzt Christoph Kappenberg, Der Mann aus Cappenberg ist dort selbst regelmäßig unterwegs und weiß, wie die Huckelpiste die Verkehrssicherheit beeinflusst. „Diese Straße ist inzwischen eine Zumutung“, sagt der CDU-Ratsherr. Da dürfe die Stadt nicht tatenlos zuschauen, sondern müsse auf einen Ausbau drängen. Ansprechpartner dafür: der Kreis Unna, denn die Borker Straße ist eine Kreisstraße.

„Die Straße ist priorisiert“, sagt Baudezernent Stefan Schwager. Das heißt: Es gibt Hoffnung auf einen Ausbau in absehbarer Zeit. Allerdings wird es noch länger dauern als es Kappenberg und anderen Pendlern und Pendlerinnen lieb sein wird.

2022 wird die Borker Straße saniert

„2022 werden wir die Straße sanieren.“ Das hatte Jürgen Busch, Sachgebietsleiter für Tiefbau und Unterhaltung, der Redaktion im November 2020 mitgeteilt. Mit Ultraschall und Radiowellen hatte ein Spezialfahrzeug den Untergrund der Straße bei einer Befahrung 2016 untersucht. Auf der Grundlage der Ergebnisse erfolgte die Festlegung des Datums. Daran hatte sich bis Ende 2020 nichts geändert – das war noch vor dem strengen Winter 2020/21 und vor den Folgen, die Frost und Eis für die Fahrbahn hatten.

Trotzdem: Eine Verlegung des Ausbaudatums sei nicht vorgesehen, sagt Max Rolke, Sprecher der Kreisverwaltung, auf Anfrage der Redaktion. Es bleibt bei 2022. Und es bleibt dabei, wie ausgebaut werden wird.

Verbreiterung ist nicht vorgesehen

„Die Straße erhält auf der gesamten Länge einen komplett erneuerten bituminösen Oberbau in der vorhandenen Fahrbahnbreite.“ Das heißt: Die stellenweise überaus schmale Straße wird nicht verbreitert. Im Begegnungsverkehr gehen dort regelmäßig Außenspiegel zu Bruch – insbesondere, wenn Lkw und Busse aneinander vorbei fahren.

Kein Wunder: Die Borker Straße bleibt unter dem, was die Richtlinie für Anlagen von Stadtstraßen (RASt 06) fordert. Von einer Breite zwischen 5,50 und 7,50 Metern für Hauptverkehrsstraßen ist da die Rede. Die Borker Straße misst mitunter nur 5,20 Meter. Eine Verbreiterung auf 6,50 Meter würde hohe Kosten nach sich ziehen: Im Vorjahr war von einer Million Euro mehr die Rede. Die ohnehin anfallenden Kosten belaufen sich bereits auf 500.000 Euro.

Ob breiter oder nicht: Christoph Kappenberg blickt mit gemischten Gefühlen auf die noch mindestens bis Frühjahr 2022 andauernde Wartezeit auf den Straßenausbau. „Da empfiehlt es sich, bis zur Sanierung die erlaubte Höchstgeschwindigkeit zu drosseln“, sagt er. Tempo 70 sei dort inzwischen völlig unangemessen. Ein Vorschlag, zu dem sich im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Mobilität Baudezernent Stefan Schwager äußerte.

Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit auf der Borker Straße liege bei 70 Stundenkilometern. „Das bedeutet aber nicht, dass auch jeder so schnell fahren muss.“ Paragraf 3 der Straßenverkehrsordnung regelt die Tempolimits in Deutschland.

Hinweis auf Straßenschäden genügt

Wer ein Fahrzeug führt, darf demnach nur so schnell fahren, dass er es ständig beherrscht. Die Geschwindigkeit hängt also ab von den Witterungsverhältnissen, den persönlichen Fahrfähigkeiten und den Eigenschaften des Fahrzeugs und der Ladung – und auch vom Zustand der Fahrbahn. Auch der Kreis Unna als zuständige Behörde sieht keine Veranlassung, auf Tempo 50 herunter zu gehen. Schließlich würde auf Straßenschäden hingewiesen.

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Leiterin des Medienhauses Lünen Wer die Welt begreifen will, muss vor der Haustür anfangen. Darum liebe ich Lokaljournalismus. Ich freue mich jeden Tag über neue Geschichten, neue Begegnungen, neue Debatten – und neue Aha-Effekte für Sie und für mich. Und ich freue mich über Themenvorschläge für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen.
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