Schmerzhaftes Treffen eines Schalke- und eines BVB-Fans im Selmer Kreisverkehr

mlzAmtsgericht

Es war eine kurze, aber heftige Begegnung am Kreisverkehr an der Kreisstraße in Selm, die einen Pkw- und einen Rollerfahrer am Ende ins Amtsgericht Lünen brachte.

von Jana Peuckert

Selm

, 24.09.2019, 14:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am 7. November 2018 gegen 17.45 Uhr passierte es. Da befanden sich beide Männer - ein Autofahrer und ein Kradfahrer - im Bereich des Kreisverkehrs beim Edeka an der Kreisstraße. Das hatte jetzt ein Nachspiel vor Gericht.

Laut Vorwurf der Staatsanwaltschaft nahm der Angeklagte dem 50 Jahre alten Rollerfahrer die Vorfahrt. Etwa 100 Meter weiter hielten die Beteiligten an einer Bushaltestelle an. Der 49-Jährige soll dem Kradfahrer mehrere Faustschläge gegen Helm und Oberkörper verpasst haben. Körperverletzung lautetet daher der Vorwurf im Gericht.

„Es ist nicht wahr. Es kam kein Roller“, erklärte der angeklagte Selmer. Der Roller sei plötzlich hinter ihm aufgetaucht und habe gehupt. Dass er ihm die Vorfahrt genommen hatte, sei ihm nicht bewusst gewesen. An der Bushaltestelle habe er angehalten, so der 49-Jährige, und die Scheibe heruntergelassen. Der andere habe sofort angefangen, ihn zu beleidigen.

Abwehrbewegung statt Schlag

Unter anderem habe er ihn aufgrund seiner sichtbaren Vorliebe für den BVB als Zecke bezeichnet. Er sei ausgestiegen und der füllige Rollerfahrer habe ihm mit seinem Bauch einen Stoß verpasst. Er habe als Reaktion darauf lediglich eine „Abwehrbewegung“ vollführt: „Da war kein Faustschlag. Da ist keiner verprügelt worden. Der hat mich sogar beim Weggehen noch bespuckt.“

Der Rollerfahrer gab im Zeugenstand an, der Angeklagte habe ihn geschnitten, weshalb er habe ausweichen müssen und dabei fast gestürzt sei. Er habe den 49-Jährigen gefragt, ob er „nicht alle stramm sitzen hätte“. Daraufhin habe er einen Schlag auf den Helm bekommen. „Und dann hörte das gar nicht auf“, erklärte der Rollerfahrer. Obwohl er dem Angeklagten gesagt habe, dass er schwerbeschädigt sei, habe dieser ihm 15 Schläge verpasst.

Der 50-Jährige gab zu, Schalkefan zu sein. Er habe aber diesbezüglich nichts zum Angeklagten gesagt. Auch habe er ihn weder mit dem Bauch geschubst, noch ihn angespuckt.

Zeugin bestätigt Verkehrsvergehen

Eine Zeugin gab an, gesehen zu haben, wie der Angeklagte dem Rollerfahrer die Vorfahrt genommen hatte. An der Bushaltestelle habe der Kradfahrer gegen das Auto getreten. Der 49-Jährige sei daraufhin ausgestiegen, habe einmal gegen den Helm des Mannes geschlagen und ihn weggeschubst. Sie habe auch gehört, dass jemand gespuckt habe. Welcher der Männer das war, konnte sie nicht sagen.

15 Schläge, „das ist dummes Zeug“, fasste die Richterin zusammen. Sie appellierte an die beiden Männer, jeweils zuzugeben, etwas falsch gemacht zu haben. Dem kam aber nur der Angeklagte nach. Die Richterin rechnete dem Angeklagten hoch an, dass er dazu bereit gewesen sei und stellte das Verfahren gegen ihn ein.

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