Immer wieder und immer mehr wir die Lärmschutzwand am Zeche-Hermann-Wall besprüht. Besonders betroffen ist der kleine Teil, an dem die Wand aus Glas ist. Aber auch der Teil aus Holz ist stark beschmiert. © Marie Rademacher
Graffiti

Schmierereien am Zeche-Hermann-Wall: Wand immer wieder mit Farbe besprüht

Das Problem ist so alt wie die Wand selbst: Immer wieder wird die Lärmschutzwand am Zeche-Hermann-Wall in Selm mit Farbe besprüht. Dabei hatte der Kreis Unna genau das durch die Materialwahl verhindern wollen.

Mit einem Alter von gerade einmal fünf Jahren ist die Lärmschutzmauer, die an Zeche-Hermann-Wall entlang läuft, noch ziemlich jung. So sieht sie allerdings nicht unbedingt aus: Das liegt nicht an einem Verschleiß des Materials – sondern an Schmierereien, die sich auf der Seite des Fußwegen und teilweise auch auf der Seite zur Straße hin eigentlich über die ganze Länge der Mauer ziehen. Ein Ärgernis für viele, die daran vorbeikommen.

„Ich bin so stolz auf meine Stadt. Gerne zeige ich meine Verwandten und Freunden die atemberaubende Entwickelung. Umso mehr trifft es mich, was ich an dem an der neuen Umgehungsstraße sehe. Ein neuer aktiver Schmierfing verunstaltet die Lärmschutzmauer und genau an dem Punkt, wo alle Autofahrer zur Innenstadt vorbei müssen“, schreibt ein RN-Leser an die Redaktion.

Lärchenholz eigentlich kein guter Untergrund für Graffiti

Seinen Eindruck teilt auch der zuständige Kreis Unna. Der Zeche-Hermann-Wall ist eine Kreisstraße – deshalb ist Unna zuständig. Vor fünf Jahren ist die Umgehungsstraße eingeweiht worden – und seitdem gibt es das Problem mit dem Schmierereien schon, wie Birgit Kalle, Sprecherin des Kreises Unna, auf Anfrage der Redaktion erklärt. Und das, obwohl genau das durch die Materialwahl eigentlich verhindert werden sollte. Die Wand besteht zum größten Teil aus Lärchenholz, erklärt sie. Diese Material sei besonders saugfähig und durch die unebene Oberfläche nicht gut geeignet für Graffiti.

Zum größten Teil ist die Wand aus Lärchenholz - eigentlich kein guter Untergrund für Graffiti, weil er so uneben und saugfähig ist. Die Täter hindert das nicht.
Zum größten Teil ist die Wand aus Lärchenholz – eigentlich kein guter Untergrund für Graffiti, weil er so uneben und saugfähig ist. Die Täter hindert das nicht. © Marie Rademacher © Marie Rademacher

In Schwerte an der Kreisstraße 10 hatte der Kreis Unna im Jahr 2012 eine Lärmschutzwand aus dem gleichen Material aufgestellt. „Das ist eine vergleichbare Stelle“, sagt Birgit Kalle. Weil es dort bis dato überhaupt keine Schwierigkeiten mit Schmierereien gegeben hat, dachte der Kreis, dass diese Variante auch an der neuen Straße in Selm eine gute Option ist.

„Wir wurden aber leider eines Besseren belehrt“, sagt Birgit Kalle. Schon von Anfang an komme es immer wieder zu aufgesprühten Bildern und Tags. „Das ist schade, unschön und vor allem illegal“, sagt sie. Bei jeder Beschädigung, von der der Kreis Kenntnis bekommen habe, habe er auch Anzeige erstattet. Einmal, so sagte es Birgit Kalle, sei an der Wand in Selm auch mal ein Sprayer bei der Tat ertappt worden. „Das war noch in der Bauphase.“ Der Täter habe sich auch verantworten müssen. Anders als die anderen Verantwortlichen für die Schmierereien: Die Täter zu ermitteln, sei sehr schwer, so Birgit Kalle.

Kosten fürs Entfernen „unverhältnismäßig“

Gut sei, wenn die Öffentlichkeit ein Auge darauf habe, erklärt sie weiter. Immer sei der Kreis hier offen für Hinweise.

Alle paar Meter findet sich auf der Wand Farbe. Das Problem gibt es von Beginn an, sagt der Kreis. Der Lärmschutzwand steht seit fünf Jahren an der Kreisstraße.
Alle paar Meter findet sich auf der Wand Farbe. Das Problem gibt es von Beginn an, sagt der Kreis. Der Lärmschutzwand steht seit fünf Jahren an der Kreisstraße. © Marie Rademacher © Marie Rademacher

Ändern wird sich an der Situation vor Ort und auch an dem Aussehen der Wand voraussichtlich wenig. Es seien zwar schon mal Sprühereien entfernt worden. Dass jetzt allerdings bei jeder Schmiererei zu machen, sei unverhältnismäßig teuer. Und sehr schwierig – eben weil das Holz eher uneben ist und die Farbe dort einzieht. Ein Austausch des Materials ist auch nicht geplant. „Sie ist ja gerade mal fünf Jahre alt. Und sie tut, das was sie soll“, erklärt Birgit Kalle. Das stimmt natürlich: Die Farbe beeinträchtigt die Aufgabe der Wand, Lärm abzuleiten nicht. Aber das Stadtbilder verändert sie schon.

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Ich mag Geschichten. Lieber als die historischen und fiktionalen sind mir dabei noch die aktuellen und echten. Deshalb bin ich seit 2009 im Lokaljournalismus zu Hause.
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Marie Rademacher

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