Schnuffi und Finchen sterben an der Kaninchenpest

Myxomatose

Eine für Wild- und auch Hauskaninchen gefährliche Seuche grassiert seit mehreren Wochen in Selm: die Myxomatose. Die ansteckende Krankheit verbreitet sich schnell und hat bereits mehreren Vierbeinern das Leben gekostet. So wie zwei Selmer Hauskaninchen: Schnuffi und Finchen.

SELM

, 15.11.2014, 08:11 Uhr / Lesedauer: 1 min

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"Zuerst ging es einem Kaninchen sogar besser, gegessen hat es aber trotzdem nicht", erzählt Niewisch. Deshalb musste die 21-Jährige ihrem Vierbeiner Zwangsfutter einflößen - eine Mischung, die man mit einer Spritze durch den Mund gibt. "Das war aber keine Dauerlösung, denn sie hatten keinen Appetit mehr." So mussten sie immer wieder zum Tierarzt, der das Futter durch die Haut verabreichte.

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"Während der Krankheit haben sich die beiden Tiere liebevoll umeinander gekümmert: Sobald es Finchen besser ging, hat sie Schnuffi gepflegt und gewaschen", so Niewisch. Und umgekehrt. Jeden zweiten Tag war Niewisch mit ihren Vierbeinern beim Tierarzt. Bis es nicht mehr ging: "Damit die Tiere nicht mehr leiden, musste ich die beiden einschläfern lassen", sagt die Selmerin schweren Herzens.

  Luisa Niewisch ist allerdings nicht die Einzige, die sich zu diesem Schritt entschloss hat. "Während wir im vergangenen Jahr insgesamt drei bis vier Kaninchen einschläfern mussten, machen wir das in diesem Jahr drei- bis viermal pro Woche", sagt Tierärztin Barbara Bonin. "Erfahrungsgemäß bleiben die Viren noch wochenlang in der Wohnung oder im Garten", so Bonin. Deshalb rät die Tierärztin, mindestens vier Wochen abzuwarten, bevor man neue Kaninchen holt. Da Schnuffi und Finchen immer zusammen waren, haben sie auch ein gemeinsames Grab - in Niewischs Garten.

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