Schock für Selmer Rentner: Schlange kam durchs Klo

Dem Nachbarn entwischt

Exotischen Besuch im Badezimmer bekam Karl Heinz Woywod aus Selm vor einigen Tagen: Mitten in der Nacht lag plötzlich ein 1,30 Meter langer Königspython auf dem Fliesenboden. Die Schlange gehörte dem Nachbarn des Rentners. Der war bereits vor zweieinhalb Monaten umgezogen - und hatte sein Haustier offenbar zurückgelassen.

SELM

, 30.09.2014, 17:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Karl Heinz Woywod bekam es mit der Angst zu tun, als er nachts in seinem Badezimmer diese Schlange entdeckte. Sie muss durch die Toilette hier herein gekommen sein.

Karl Heinz Woywod bekam es mit der Angst zu tun, als er nachts in seinem Badezimmer diese Schlange entdeckte. Sie muss durch die Toilette hier herein gekommen sein.

Woywod trat zurück, schloss die Tür und ging ins Wohnzimmer. „Ich hatte richtig Angst“, sagte er beim Redaktionsbesuch einige Tage später. Der Selmer entschied sich, bei den Nachbarn, einem jüngeren Paar, zu klingeln. „Der Nachbar war relativ furchtlos“, so Woywod. Er kam mit in die Wohnung, sah sich kurz die Schlange an, machte ein paar Fotos mit dem Handy und schlug vor, die Polizei zu informieren.

Das machte Woywod. Ergebnis: Gegen 1 Uhr stand das Ordnungsamt vor der Tür. Zwei Männer, die die Wohnung aber nicht betraten. Sie ließen sich die Situation schildern. „Wir wussten alle nicht, woher sie kommt und wie gefährlich sie ist. Bis die Nachbarin eine Idee hatte“, erzählt Woywod. Der Nachbar oben, der habe eine Schlange gehabt. Komisch nur: Er war schon vor zweieinhalb Monaten ausgezogen.

Das Ordnungsamt nahm diesen Faden auf, fand seine Telefonnummer heraus und seinen neuen Wohnsitz im Dorf. So klingelten die Männer ihn aus dem Bett. Gegen 2.30 Uhr kam der junge Mann zur Berliner Straße. Ging in die Wohnung, sammelte die Schlange in einem Transportnetz ein. Paula, ein Königspython. Der sei genau zwei Tage vor seinem Auszug ausgebüxt, sagte er. Dann verabschiedete er sich und verschwand. Die Schlange hatte sich offenbar aus der Wohnung oben befreit – durch die Abflussrohre aus dem einen Badezimmer in die untere Wohnung. Woywod sagt: „Ich hatte die Fenster geschlossen – sie muss durch die Toilette gekommen sein.“

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Der Schlangenbesitzer durfte das Tier wieder mitnehmen, erklärt Julia Steinbild vom Ordnungsamt der Stadt auf Anfrage. Denn die Schlange sei sein Eigentum. Ein Königspython sei eine Würgeschlange, die nicht zu den gefährlichen Tierarten zählt. Deshalb musste der Mann das Tier auch nicht bei der Stadt oder beim Kreis anmelden. Er musste lediglich einen Nachweis erbringen, dass er die Schlange legal erworben hat, da der Königspython eine geschützte Art ist, so Steinbild.

Die Haltung dieser Schlange wird nicht weiter kontrolliert, sagt Constanze Rauert, Pressesprecherin des Kreises Unna. „Es gilt: Jeder Halter weiß, was er zu tun hat.“ Wie bei Hunden oder Pferden auch. Karl Heinz Woywod habe aber richtig reagiert, als er nach dem Fund die Polizei gerufen hat, sagt Steinbild vom Ordnungsamt. In solch einem Fall können Mieter auch den Tierschutz oder das Veterinäramt des Kreises Unna verständigen. Mittlerweile kann Karl Heinz Woywod über den Vorfall lachen. „Ich wohne hier seit 50 Jahren, aber eine Schlange hatte ich noch nie in der Bude.“  Erst vor wenigen Wochen ist in Castrop-Rauxel eine Boa constrictor entflohen. Sie versetzte tagelang einen ganzen Ortsteil in Angst und Schrecken.

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