Schützen verabschieden Königspaar: Bork nun erstmals ohne amtierenden König

Schützenfest Bork

Bei einer kleinen Feierstunde haben die Borker Schützen die Amtszeit ihres Schützenkönigspaares beendet: Jetzt ist Bork erstmals in der Geschichte des Vereins ohne amtierenden König.

Bork

30.08.2020, 14:43 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Vorgänger des Königspaares, Helga und Martin Folle, übernahmen die Entthronisierung vor und übergaben die Insignien dem Vorsitzenden.

Die Vorgänger des Königspaares, Helga und Martin Folle, übernahmen die Entthronisierung vor und übergaben die Insignien dem Vorsitzenden. © Schützenverein Bork

Wäre Corona nicht gewesen, dann wäre Bork jetzt großflächig geschmückt: mit grün-weißen Fahnen und Wimpeln - als Hinweis auf das Schützenfest am letzten Wochenende im August. Auch wenn das Schützenfest und damit das großflächige Schützenfest ausgefallen ist, so gibt es im Dorf doch ein paar grün-weiße Flecken. „Wenn man aber genauer hinschaut, findet man doch Hinweise, dass eigentlich Schützenfest-Zeit ist“, erklärt Heinz-Willi Quante, der Vorsitzende der Borker Schützen. „Einige Borker oder auch Nachbarschaften haben es sich nicht nehmen lassen, grün-weiße Fahnen oder Wimpelketten zu hissen und somit an das eigentliche am kommenden Wochenende stattfindende Fest zu erinnern.“

An einigen Stellen ist das Dorf geschmückt, auch wenn kein Schützenfest stattgefunden hat.

An einigen Stellen ist das Dorf geschmückt, auch wenn kein Schützenfest stattgefunden hat. © Schützenverein Bork

Ganz offiziell hat an diesem Wochenende auch die Amtszeit von Königspaar Benedikt Hülsbusch und Kerstin Telker geendet: „Am Samstagabend wurden im Rahmen einer kleinen Feierstunde auf dem Hof Hülsbusch unter Mitwirkung des Spielmannszuges dem Borker Majestätenpaar Benedikt I. und Kerstin I. die Königskette und die Krone abgenommen“, teilt Heinz-Willi Quante mit, der auch noch mal an die Besonderheiten in diesem Jahr erinnert.

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„Zum ersten Mal in der fast zweihundertjährigen Geschichte der Schützengilde wurden die königlichen Insignien nicht an ein neues Königspaar übergeben, sondern gingen in die Obhut des Vereins über. Nach derzeitigem Kenntnisstand hat es in Bork noch nie eine Zeit gegeben, wo die Schützengilde kein Königspaar hatte. Dass ein Schützenfest abgesagt werden musste, ist auch aber auch noch nie vorgekommen“, erklärt er.

Es habe zwar immer mal Zeiträume gegeben, in denen keine Schützenfeste stattfanden oder nicht stattfinden konnten oder durften, aber da blieb dann das Königspaar im Amt. „Zuletzt geschehen mit Franz Busemann und Elisabeth Wiesmann in der Zeit von 1938 bis 1953“, so Heinz-Willi Quante.

Benedikt Hülsbusch und Kerstin Telker werden hingegen nicht im Amt bleiben - sie haben am Samstag bei der Feierstunde abgedankt.

Dank, Reden und Rückblicke

Zuvor hatte Vorsitzender Heinz-Willi Quante in seinen Begrüßungsworten dem Majestätenpaar und seiner Throngemeinschaft für die Zeit, die sie für die Gilde zur Verfügung gestellt haben, „herzlichen Dank“ ausgesprochen.

Danach erinnerte Majestät Benedikt I. in einer launigen Rede an Veranstaltungen, an denen er und sein Hofstaat teilgenommen hatten und die sie in schöner Erinnerung behalten werden.

Zum Dank für die Unterstützung während ihrer Regentschaftszeit erhielten die Mitglieder der Throngemeinschaft und einige weitere Schützen aus den Händen des Königspaares einen prachtvollen Königsorden. Die Damen erhielten, soweit sie nicht Vereinsmitglieder sind und Uniform tragen, Ringe.

Hoffnung auf ein richtiges Schützenfest 2022

Danach wurde es emotional. Die Vorgänger des Königspaares, Altmajestäten Helga und Martin Folle, übernahmen zu den Klängen von „Amazing Grace“ die Entthronisierung vor und übergaben die Insignien dem Vorsitzenden.

Eine Überraschung gab es für die Mitglieder der Spielmannzuges. Sie erhielten als äußeres Erkennungszeichen eine silber-grün geflochtene Kordel mit Instrumentensymbol und wurden, falls sie noch keinen Dienstrang innehatten, zum Unteroffizier befördert. Anschließend klang der Abend in gemütlicher Runde, unter Einhaltung der derzeit geltenden Regelungen und in der Hoffnung, 2022 wieder ein richtiges Fest feiern zu können, harmonisch aus.

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