Auenpark: Warum ältere Herren schon ganz ungeduldig sind

Pläne für Auenpark

Der künftige Auenpark wird eines der Vorzeigeprojekte Selms. Jetzt erfährt er eine weitere Bereicherung.

Selm

, 14.07.2019, 10:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auenpark: Warum ältere Herren schon ganz ungeduldig sind

Boule zu spielen, ist eine ruhige Sache. Und kommunikativ. Bald ist dieses Spiel auch im Auenpark möglich. © dpa

Im Auenpark wird eine öffentliche Boulebahn gebaut. Das erklärt Stadtsprecher Malte Woesmann auf Anfrage der Redaktion. „Darüber wurde in verschiedenen Ausschüssen, zuletzt vergangene Woche, bereits berichtet“, sagt Woesmann. Nach aktuellem Planungsstand werde der Bouleplatz in einem Bereich nördlich des Rodelhügels angelegt. Dazu gebe es noch keine Detailplanung. Diese Planung werde voraussichtlich nach den Sommerferien vorliegen.

Männer wollen Bouleclub gründen

Die Stadt hat, was dieses Projekt betrifft, bereits jetzt Fans gewonnen. Auf die Boulebahn im Auenpark freut sich mindestens eine Handvoll Männer jetzt schon. Und zwar die künftigen Mitglieder eines noch zu gründenden Bouleclubs. „Wir sind vier, fünf Männer, die im Ruhestand sind oder kurz davor stehen“, berichtet der Selmer Manfred Breyer. Er war auch der Ideengeber, einen Boule-Club für Männer zu gründen.

Auenpark: Warum ältere Herren schon ganz ungeduldig sind

So sehen die Kugeln beim Boulespiel aus. © dpa

Idee aus Frankreich mitgebracht

Wie es zu dieser Idee kam, erzählt Breyer im Gespräch mit der Redaktion: „Ich fahre gern nach Südfrankreich in den Urlaub und beobachte dort immer Männer, die offenbar schon im Ruhestand sind und Boule spielen. Das ist faszinierend.“ So faszinierend, dass er sich für einen Bouleclub in Selm stark macht. „Außerdem verabschiede ich mich demnächst auch in de Ruhestand.“Aber was genau übt denn eine solche Faszination auf ihn aus? „Die Männer in Südfrankreich kommunizieren in aller Ruhe beim Boulespiel, trinken einen Rotwein oder Pastis und haben Spaß am Sport“, führt Manfred Breyer aus.

Die Nachricht, dass es im Auenpark eine Boulebahn geben werde, habe er in einer Ausschusssitzung erfahren. „Ich meine, wir würden auch ohne eine Bahn in Selm Boule spielen können, etwa in Seppenrade oder Nordkirchen, aber in den Auenpark passt die Bahn einfach rein und wir werden sie rege nutzen.“

Neuer Club möchte zum Boulespiel anregen

Zudem sehe er sich mit seinen Mitstreitern quasi als diejenigen, die mit ihrem Engagement in Sachen Boule auch andere anregen möchten, die Boulebahn im Auenpark zu nutzen. „Jeder kann Boule spielen, egal ob jung oder älter.“Nach und nach soll dann auch der Boule-Männerclub, laut Breyer eine lockere Vereinigung ähnlich einem Kegelclub, wachsen. Wie? „Ich werde noch ein paar andere Männer ansprechen“, sagt Breyer. Nur Männer? „Ja, wir wollen unseren Frauen die Möglichkeit geben, ihre Freizeit auch ohne uns Männer zu verbringen“, sagt Breyer lachend.

Das ist Boule Das französische Wort „Boule“ (genau wie das italienische „Boccia“ oder das englische „Bowl“*) heißt ins Deutsche übersetzt „Kugel“. Es gibt mehrere Boule-Sportarten (oder Kugel-Sportarten), Pétanque ist weltweit am meisten verbreitet, teilt der Deutsche Pétanque-Verband mit. Anhand der verkauften „Freizeitkugeln“ schätzt der Deutsche Pétanque-Verband, dass es etwa 1 Million Freizeitspieler in Deutschland gibt. 1907 wurde in La Ciotat das erste Pétanque-Spiel der Geschichte ausgetragen. Bis 1907 spielte man à la longue. Das Jeu Provençal wurde mit drei Schritten Anlauf auf die „longue“ (größere Länge) überall in der Provence gespielt. Natürlich auch in la Ciotat. Ziel beim Boulespiel ist es, mit den eigenen Kugeln möglichst nah an eine Zielkugel zu gelangen. Die Zielkugel und die gegnerischen Kugeln können dabei auch herausgedrückt oder weggeschossen werden. In Frankreich wird die Zielkugel cochonnet (deutsch: Schweinchen) genannt.
Lesen Sie jetzt